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Hückeswagen
Eine Stadt ohne Großbaustellen wäre auch mal schön

Hückeswagen. So schlimm wie im benachbarten Wipperfürth ist es noch nicht. Aber auch Hückeswagen entwickelt sich zur Gesamt-Großbaustelle: Die Arbeiten auf dem Etapler Platz sind nicht mehr im Zeitplan, die Islandstraße wird parallel dazu aufgerissen, die B 237 zwischen dem Montanus-Kreisverkehr und Kobeshofen ebenfalls. Nach den Sommerferien folgt die nächste große Baustelle, wenn in Wiehagen der Kreisverkehr angelegt wird. Schön ist anders: Das war Tenor bei der Hauptversammlung der Grünen am Montagabend im Hotel Kniep. Ein großes Thema war das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" - und damit waren es auch die nächsten zu erwartenden Großbaustellen. Von Brigitte Neuschäfer

Die Grünen hatten Bürgermeister Dietmar Persian eingeladen, der kurz umriss, um was es bei dem vom Rat beschlossenen neuen Konzept geht. Danach sollen sich Verwaltung und Politik, Handel, Vereine, Verbände und Bürger in einem gemeinsamen, strukturierten Denkprozess Gedanken machen, wie sich Hückeswagen in Zukunft entwickeln kann, wo Stärken und Schwächen liegen und wie Potenziale besser genutzt werden können. Begleitet von einem Fachbüro für Stadtplanung wird es dann auch - aber nicht nur - um neue Großbaustellen gehen, zum Beispiel um die Neugestaltung der Bahnhofstraße und der angrenzenden öffentlichen Plätze.

Der Planungsprozess, an dessen Ende ein konkreter Maßnahmen-Katalog stehen soll, ist auf drei Jahre (ab 2017) angelegt; 60.000 Euro will die Stadt dafür investieren. Persian machte deutlich: Der "Masterplan" für Hückeswagen ist zwingend erforderlich, damit die Stadt in Zukunft überhaupt noch Fördermittel vom Land für Projekte zur Stadtentwicklung bekommt.

Eingeladen hatten die Grünen mit Ute Seemann und Uwe Heinhaus auch die Sprecher der Werbegemeinschaft. Beide unterstrichen: Der Handel begrüßt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept vom Grundsatz her. Er wünscht sich aber auch, wie viele Bürger, dass mal wieder ein bisschen Ruhe einkehrt in der Innenstadt, wenn die aktuellen Großbaustellen abgearbeitet sind. "Ist es wirklich nötig, dass dann gleich die Bahnhofstraße und die Plätze von Grund auf umgekrempelt werden?", fragte Ute Seemann.

Groß ist die Sorge im Einzelhandel, dass die Entwicklung aus dem Ruder läuft - wie es manchen aktuell in Wipperfürth der Fall zu sein scheint. Mit den ersten Planungen für ein Integriertes Handlungskonzept wurde dort 2007 begonnen, seit 2015 häufen sich die Baustellen - und parallel dazu die Leerstände in den Ladenlokalen. Heinhaus kommentierte aus Sicht des Einzelhandels: "Eine so lange und intensive Durststrecke kann man nicht überstehen, das darf in Hückeswagen nicht passieren." Ute Seemann bekräftigte: "Natürlich ist der Einzelhandel nicht allein ausschlaggebend. Aber es gibt keine lebendige Innenstadt ohne den Handel, wenn der erst einmal in Schönheit gestorben ist."

Quelle: RP
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