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Hückeswagen
Eltern setzten bei OGS-Betreuung auf Verlässlichkeit und Kontinuität

Hückeswagen: Eltern setzten bei OGS-Betreuung auf Verlässlichkeit und Kontinuität
OGS-Betreuung an der Grundschule Wiehagen. FOTO: H. dörner (Archiv)
Hückeswagen. Die Eltern der Kinder, die an der Grundschule Wiehagen die Offene Ganztagschule (OGS) nutzen, machen sich weiter für die Caritas als Träger stark. Der hat die Stadt zum nächsten Schuljahr gekündigt und die OGS-Betreuung an beiden Grundschulen neu ausgeschrieben. In nicht-öffentlicher Sitzung des Schulausschusses am kommenden Donnerstag soll über den zukünftigen Träger abgestimmt werden. In einer Stellungnahme gehen die Eltern vor allem auf die Themen Verlässlichkeit und Kontinuität ein. Von Stephan Büllesbach

Kai-Holger Detlefsen, Vorsitzender der Elternpflegschaft der OGS an der Grundschule Wiehagen, betont in dem Schreiben, dass sie nicht nur auf die Barrikaden gehen würden, weil die Betreuungspersonen, "die ihre Kinder ganz doll lieb haben", sich ab nächstem Schuljahr nicht mehr um diese kümmern sollen. Die Problematik sei vielmehr ist tiefgreifender und vielfältiger.

In der Stellungnahme heißt es unter anderem: "Da keine öffentliche Ausschreibung der Trägerschaft erfolgte - zumindest wurden die vertraglichen Anforderungen im Hinblick auf die zukünftige Trägerschaft seitens der Stadt Hückeswagen nicht veröffentlicht -, ist für uns Eltern nicht erkennbar, ob Schüler und Eltern wirklich mit keinerlei Änderungen zu rechnen haben." Wenn man bedenke, dass die Kosten der Betreuung zu 98 Prozent aus Personalkosten bestünden und die Mitarbeiter der Caritas nach Tarif bezahlt würden, "ist es für uns nicht glaubhaft, dass ein anderer Anbieter diese ganzen Leistungen für deutlich weniger Geld erbringen kann und wird". Er müsse, um die OGS wirtschaftlich betreiben zu können, die Personalkosten reduzieren - entweder durch weniger oder durch schlechter bezahltes Personal. "Beides geht in jedem Fall zu Lasten von Verlässlichkeit und Kontinuität.

Diese seien jedoch zwingende Voraussetzungen für eine qualitativ gute Betreuung, schreibt Detlefsen. Vor allem im Hinblick auf das Verhältnis Kind - Betreuungsperson. "Kinder dieses Alters benötigen persönliche Zuwendung über die gesamte Woche durch wenige Bezugspersonen. Ein ständiger Wechsel ist für uns auf keinen Fall vertretbar." So befürchten die Eltern, dass bei einem Wechsel der Trägerschaft eine große Fluktuation zu erwarten ist und sich die Kinder ständig auf neue Betreuer einstellen müssen.

Da das Ganztagsangebot auch im Schulleben integriert ist, sei ein enger Kontakt zwischen Lehrerinnen und dem Betreuungspersonal sehr wichtig. Detlefsen: "Ein regelmäßiger Austausch von Informationen ist die Grundlage der pädagogischen Arbeit. Bei einem zu befürchtenden häufig wechselnden Betreuungspersonal ist ein solcher Austausch nur wenig Erfolg versprechend."

Auch die Pädagogen seien sich einig, dass ein regelmäßiger Tagesablauf, in dem Unterricht, Erziehung, Spielen und Lernen ihre Zeit haben, auf Dauer ein Gegengewicht bilden könne zu den veränderten Lebensbedingungen heutiger Grundschüler, deren Alltag oft von Hektik, Termindruck, Werbespots und Musikberieselung geprägt ist. "All diese Punkte zeigen, dass eine qualitativ gute Betreuung nun einmal nicht zum Dumpingtarif zu haben ist."

Ein Sparen an der Betreuung von mehr als 200 Grundschülern sei ein falscher Weg für die Zukunft und ein falsches Zeichen für die Hückeswagener Schullandschaft. Betreuer, die nur die Mindestanforderungen erfüllten, könnten konzeptionell nicht erfolgreich arbeiten, da sie nicht über die notwendigen Erfahrungswerte und pädagogischen Anforderungen verfügten wie Fachkräfte.

Ihre Meinung wollen Eltern und Kinder morgen, 15.30 Uhr, dem Bürgermeister im Rahmen seiner Sprechstunde im Schloss kundtun.

Quelle: RP
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