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Hückeswagen
Entscheidung soll noch dieses Jahr fallen

Hückeswagen: Entscheidung soll noch dieses Jahr fallen
Pfarrer Reimund Lenth sprach bei der Gemeindeversammlung. FOTO: Weitzdörfer
Hückeswagen. Pfarrer Reimund Lenth informierte am Freitagabend im evangelischen Gemeindesaal an der Lindenbergstraße über den Sachstand im Kooperationsprozess zwischen den Nachbargemeinden aus Hückeswagen und Bergisch Born. Von Wolfgang Weitzdörfer

Schon seit 2014 steht die Idee eines Kooperationsprozesses zwischen den evangelischen Gemeinden von Hückeswagen und Bergisch Born im Raum. Im Zuge einer mit 30 Zuhörern gut besuchten Gemeindeversammlung informierte Pfarrer Reimund Lenth über den aktuellen Sachstand. Zuvor betonte er, dass es zwischen den Nachbargemeinden durchaus eine gemeinsame Kirchengeschichte gebe. "Wir haben eine theologische und geschichtliche Nähe zueinander. Und das sind gute Gründe, um nun auszuloten, was genau geht, beziehungsweise, was überhaupt möglich ist", sagte Lenth.

Dabei war man bei den Planungen für die Jahre 2019/20 von einem Seelsorgerbedarf von zweieinhalb Planstellen für Hückeswagen und einer halben Planstelle für Bergisch Born ausgegangen. Vonseiten des Kirchenkreises sei daraufhin das Thema einer Fusion beider Gemeinden ins Spiel gebracht worden: "Das hatten aber weder die Gemeinde Bergisch Born noch wir hier in Hückeswagen als Alternative auf dem Schirm", sagte Lenth. Daher habe man auf Kirchenkreisebene nach Alternativen gesucht.

Die Beratungsgespräche, die im Januar 2015 begannen, und in denen das Für und Wider von Fusion oder Kooperation diskutiert wurde, ergaben die Entscheidung für die Kooperation von Bergisch Born und Hückeswagen. "Dafür haben wir im Januar des vergangenen Jahres eine Zukunftswerkstatt gegründet, in der Gemeindemitglieder aus Hückeswagen und Bergisch Born aktiv sind", sagte Lenth. Neun Monate später musste man indes feststellen, dass der Prozess ins Stocken gekommen war. "Der Grund? Wir haben zwei eigenständige und funktionierende Gemeinden mit intaktem Gemeindeleben", brachte es Lenth auf den Punkt.

Es gebe Gemeinsamkeiten, aber die spiegelten sich nicht im Gemeindeleben wider, ergänzte Lenth. In weiteren Gesprächen mit dem Kirchenkreis und der Landeskirche kristallisierte sich heraus, dass "das alles gar nicht so einfach geht, wie wir uns das vorgestellt haben", wie Lenth es ausdrückte. Dazu sei noch gekommen, dass die Planstellen für beide Gemeinden, anders als bei den ersten Planungen, nur noch bei zwei, maximal zweieinhalb Seelsorgern angesiedelt seien. So habe man das von Superintendent Hartmut Demski mitgeteilt bekommen, sagte Lenth. Der Pfarrer sprach sich indes gegen eine Fusion aus, da diese mit einem enormen Zeit- und Verwaltungsaufwand einhergehe. "Vielleicht wäre es an der Zeit, erstmals im Rheinland eine pfarramtliche Verbindung zu wagen", sagte Lenth.

Kristiane Voll war als Vertreterin des Kreissynodalvorstands ins Gemeindezentrum gekommen. "Der Kirchenkreis drängt nicht auf eine Entscheidung, Superintendent Demski hatte gesagt, dass er eine Fusion aus der eigenen Erfahrung in Wermelskirchen heraus gut finde", sagte Voll. Hünger und Tente seien auch nach der Fusion sehr profilierte Gemeinden geblieben, auch wenn man dort gewisse Dinge habe aufgeben müssen. "Das könnte auch hier funktionieren. Perspektivisch gesehen ist eine Fusion ein guter Weg, um in dieser Zeit Kirche in der Welt zu sein", sagte Voll.

Eine grundsätzliche Entscheidung, wie es im Kooperationsprozess zwischen Bergisch Born und Hückeswagen weitergehen soll, soll noch in diesem Jahr gefällt werden, teilte Lenth abschließend mit.

Quelle: RP
 
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