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Hückeswagen
Erster Spatenstich für Inklusionsprojekt

Hückeswagen: Erster Spatenstich für Inklusionsprojekt
Bewohner und Gäste nahmen gestern symbolisch den ersten Spatenstich vor. Beginn des Scheunen-Umbaus in Niederlangenberg ist am 5. Oktober. FOTO: Schütz
Hückeswagen. In Niederlangenberg beginnt in Kürze der Umbau einer Scheune zu einem Wohnhaus für Menschen mit und ohne Hilfebedarf; gestern war der symbolische erste Spatenstich. Im August 2017 soll die Schlüsselübergabe sein. Von Wolfgang Weitzdörfer

Bis zum ersten symbolischen Akt gestern waren drei Jahre vergangen: Schon seit 2013 ist der Scheunenumbau in Niederlangenberg in Planung. Auf dem Gelände der Hofgemeinschaft des Vereins "Lebendige Inklusion" soll innerhalb von zehn Monaten eine Scheune in ein Wohnhaus umgebaut werden, das Platz für acht Menschen mit und ohne Hilfebedarf bietet.

Zum ersten Spatenstich gestern kamen neben den Bewohnern der Hofgemeinschaft auch Bürgermeister Dietmar Persian, Projektentwicklerin Lisa Hugger, Heike Kurth und Joachim Guhra vom Wipperfürther Architekturbüro Guhra & Kurth sowie Johanna Krawitz von der Bundesvereinigung Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V. aus Hannover sowie weitere Vertreter von Stadt- und Kreisverwaltung. Baubeginn ist in vier Wochen.

Die Pläne und Bauskizzen an den Scheunenwänden kündigten Großes an. "Wer ein Haus bauen will, muss zuerst in die Tiefe graben, um ein Fundament zu legen", sagte Ingo Müllers-Steins, Vorstand des Vereins "Lebendige Inklusion". Gleichzeitig zog er die Analogie zum Fundament eines Vereins: "Genau wie ein Haus ein Fundament braucht, braucht auch ein Verein ein Fundament. Das sind die Menschen, die die Idee des Vereins am Leben erhalten."

Auch Persian war sichtlich erfreut: "Hier entsteht etwas Beeindruckendes, und ich bin stolz, dass es in Hückeswagen entsteht." Im Anschluss zitierte er die Website des Vereins: ",Hier wird zusammen gelebt, gearbeitet, gelitten und gelacht', steht dort. Und schon bald wird hier noch mehr Leben sein", zeigte sich Persian sicher. Es sei ein vorbildliches Projekt, der Weg zu seiner Realisierung nicht einfach gewesen. Dafür sei es aber umso schöner, dass es nun losgehe.

Projektbegleiterin Lisa Hugger ist seit drei Jahren in die Planungen involviert und hat die Machbarkeitsstudie für das Projekt erstellt. "Ich bin einfach nur glücklich, dass wir heute das beginnen können, was wir in einem Jahr einweihen können", sagte sie und lobte vor allem die Energie und Leidenschaft der Planungsgruppe, die den teils schwierigen und langwierigen Weg von der Idee zur fertigen Planung ohne Unterbrechung mitgegangen sei.

"2015 wurde die Baugenehmigung erteilt", berichtete Architekt Joachim Guhra. "Wir werden den Scheunencharakter erhalten, der Bau wird ökologisch und nachhaltig sein. Vor allem aber soll ein Heimcharakter vermieden und ein Wohncharakter geschaffen werden." Er überreichte den Bewohnern und Mitarbeitern der Hofgemeinschaft Bauhelme, "damit auch der weitere Bauverlauf behütet vonstattengehen kann". Zudem versicherte Guhra: "Es werden nur Handwerker aus der Region an dem Umbau beteiligt sein."

Johanna Krawitz vom Forum Gemeinschaftliches Wohnen sagte: "Sie sind ein Modellprojekt, weil Sie als eines von nur drei Bauprojekten in NRW zur Förderung ausgewählt wurden." Dann erläuterte sie die Gründe für die Auswahl: "Ein Kriterium war die Erhaltung der Architektur im ländlichen Raum, zudem bietet das Projekt eine Alternative zum stationären Wohnheim."

Quelle: RP
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