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Hückeswagen
Erstklassige Blues-Night mit Wohnzimmer-Atmosphäre

Hückeswagen: Erstklassige Blues-Night mit Wohnzimmer-Atmosphäre
Trotz weniger Zuschauer im Kultur-Haus wusste die Band "Hot'n'Nasty" bei der ersten Blues-Night des Jahres zu begeistern. FOTO: Beushausen
Hückeswagen. Die Band "Hot'n'Nasty" genießt im Ruhrgebiet bereits Kultstatus. Die vier Berufsmusiker sind auf großen Festivalbühnen genauso zu Hause wie in Blues-Kneipen. Das überschaubare Publikum im Kultur-Haus Zach überraschte die Band am Samstagabend dann doch. "Das ist schon komisch, vor so wenigen Leuten zu spielen. Aber wenn die mitmachen, dann habe ich da keine Probleme mit", sagte Sänger Robert Collins.

Zu seiner rauen Rock- und Bluesstimme hinter dem selbst gedrechselten, hölzernen Mikrofonständer vermutete man eher ein Glas Whiskey oder zumindest Bier in der Hand des Sängers, anstatt der obligatorischen Cola - so authentisch wirkte er als Sänger der zahlreichen Eigenkompositionen der Band.

Die existiert bereits seit Beginn der 90er Jahre. Mit ihren Auftritten und Alben haben sich die Musiker einen Namen gemacht und zahlreiche Preise eingeheimst. Besonders der unverkennbare Gitarrenstil von Gründungsmitglied Malte Triebsch, der mit leidenschaftlichen Soli die Zuhörer begeisterte, verlieh den Stücken Seele. Hier lebte jeder Ton, den er aus den Gitarrensaiten herausholte. Neben den ekstatischen Einlagen Triebsch' wirkte Bassist Jacob Müller fast unscheinbar - jedoch war das, was von seinem Instrument zu hören war, ebenso perfekt auf den Punkt gebracht wie das seiner Kollegen. Schlagzeuger Dominique Ehlert überzeugte mit neuen Rhythmen und schlagkräftigen Soloparts.

Zwei Stunden rockte "Hot'n'Nasty" im Kultur-Haus ohne Pause. Die Kompositionen waren abwechslungsreich, die technische Aussteuerung sehr gut, auch wenn die Lautstärke gegen Ende hart an der Grenze des Angenehmen schrammte. Birgit und Rolf-Dieter Hansen hielt es bei diesem kraftvollen Powerblues nicht auf den Stühlen. "Das ist eine super Band", war sich das Paar einig. Auch Musiker Peter Benninghoff und Ehefrau Reinhild bereuten ihre Teilnahme an der ersten Blues-Night im neuen Jahr nicht. "Das war technisch extrem gut", sagte Bennighoff. "Für Hückeswagen und die wenigen Zuschauer viel zu gut", fügte seine Ehefrau hinzu.

Die Spielfreude war den Akteuren auf der Bühne deutlich anzumerken. Sie übertrug sich von Beginn an auf das Publikum, zu dem auch eine fünfköpfige Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan zählte. Mehr Zuschauer statt Wohnzimmer-Amosphäre hätte diese erstklassige Band allerdings verdient gehabt.

(heka)
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