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Kommentar
Es bleibt noch Zeit, klüger zu werden

Der 2015 gefasste Ratsbeschluss zum Schul-Tausch war eine politische Notgeburt. Nach dem Scheitern der Sekundarschule tat sich schlicht keine erkennbare Alternative auf zum Erhalt des vorhandenen Schulsystems, also zum "weiter so" in neuen Räumen.

Angekündigt war die Stärkung dieses Systems, doch die hat seitdem in keiner Weise stattgefunden. Und ob sie noch stattfinden wird, ist zweifelhaft: Neue (oder getauschte) Räume allein machen ein bröckelndes Modell nicht zukunftsfähig. Die Politiker in Hückeswagen müssen in sich gehen, ob sie wirklich an einem alten Ratsbeschluss festhalten wollen, nur weil er nun mal gefasst wurde. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Stadt Geld ausgibt für ein Fachbüro, dann aber schwerwiegende Sachargumente der unabhängigen Experten schlicht überhört werden. Im Ausschuss schien es, als sei die gut aufgearbeitete Darstellung der Fachleute zur Grundschule für die politische Mehrheit in etwa so wichtig wie die Tatsache, dass neulich in Köln eine Knackwurst geplatzt sein mag. Das ist ignorant.

Ignorant ist es auch, vor den Entwicklungen der Hauptschule die Augen zu verschließen. Man muss nicht für eine Fusion der Schulen von Hückeswagen und Wipperfürth sein. Aber Chancen, Möglichkeiten und Risiken nicht einmal ergebnisoffen prüfen zu lassen, ist fahrlässig und dumm. Die Hauptschule steht auf tönernen Füßen. Dennoch weiter über eine 20-Millionen-Investition in das Hauptschulgebäude nachzudenken - die zwingend ist, wenn es keinen Grundschul-Neubau gibt - entzieht sich jeglicher Logik. Die Politiker haben noch Zeit bis zur Ratssitzung, um klüger zu werden. Das ist keine politische Untugend!

Brigitte Neuschäfer

Quelle: RP
 
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