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Ansichtssache
Es wird Zeit für ein neues Wir-Gefühl in Hückeswagen

Ansichtssache: Es wird Zeit für ein neues Wir-Gefühl in Hückeswagen
FOTO: Moll Jürgen
Hückeswagen. Über die anstehenden Feiertage lohnt es sich, einmal innezuhalten. In Hückeswagen gibt es aktuell viele Probleme, aber muss jeder, der anderer Meinung ist, angefeindet werden? Unter den Weihnachtsbäumen der Stadt darf daher gerne Verständnis und Empathie liegen. Von Stephan Büllesbach

Die Woche endete mit einer - aus der Sicht vieler Hückeswagener - Enttäuschung: Die Veranstalter der Bierbörse ziehen sich aus der Schloss-Stadt zurück. Nach sechs Jahren und sieben Veranstaltungen ist Schluss. Wer hätte Anfang Mai gedacht, dass diese Bierbörse die letzte sein wird? Zumal der Besucherzuspruch wieder einmal, wie in den Vorjahren, sehr gut war.

Die Realität spiegelte sich jedoch in den Kassen der Teilnehmer wider. Die meisten waren eben nicht zufrieden mit den Einnahmen. Es gab zwar einige Hotspots, wie den Augustiner-Biergarten oder das Ausschankschiff "Santa Maria". Doch einige Betreiber haben hohe Fixkosten. Andere wiederum sind offenbar im großen Angebot der bis zu 350 Biersorten schlicht untergegangen und fanden wenig Resonanz. Dass vor allem diese sich nun Alternativen suchen, die einen besseren Schnitt versprechen, verwundert nicht. Die Verantwortlichen und die Fans der Bierbörse müssen sich eingestehen, dass die Schloss-Stadt wohl doch zu klein ist für eine Veranstaltung dieser Größenordnung.

Doch Hückeswagen wäre nicht Hückeswagen, würde es aus der Absage der Bierbörse nicht eine andere Veranstaltung auf die Beine stellen. Konkrete Pläne bei der Stadt und dem Stadtmarketing gibt es zwar noch nicht. Ideen für ein Party-Wochenende hat deren Geschäftsführerin Monika Winter jedoch reichlich, wie sie sagt. Keine Bierbörse mehr, und auch von den Sommerbob-Veranstaltern ist wohl wenig zu erwarten - es wäre schade, würde Hückeswagen wieder in den Dornröschenschlaf verfallen. Die Gefahr besteht. Das Stadtmarketing ist bereit, ein Fest von und für Hückeswagener zu veranstalten. Es müssen sich aber Freiwillige bereiterklären, an der Organisation mitzuwirken. Warum auch nicht? Es gab einmal ein starkes Wir-Gefühl in der Stadt. Das ist erst ein paar Jahre her. Es wird Zeit, es wiederzuentdecken.

Ein Wir-Gefühl fehlt definitiv in Sachen Schullandschaft. Dafür gehen die Meinungen derzeit auch zu weit auseinander. Dabei haben alle, die sich in der Öffentlichkeit und den sozialen Medien zu Wort melden, das Gleiche im Sinn: das Beste für die Hückeswagener Schüler. Nur wie das eben aussieht, darüber scheiden sich die Geister. Das ist erst einmal nicht verwerflich, sondern in einer Demokratie normal. Anderer Meinung zu sein ist keine Straftat. Es geht allerdings nicht an, fremde Menschen aus diesem Grund zu diskreditieren. Gerade beim Thema "Schulen" sind das Austauschen von Meinungen und Vorschlägen sowie der gemeinsame Dialog nicht nur erwünscht, sondern zwingend notwendig. Aber bitte angemessen und respektvoll.

Vielleicht sollten sich so manche an die Botschaft des Weihnachtsfestes erinnern, dem Fest der Liebe und des Friedens. Es ist aber auch ein Fest des Schenkens. Seinen Liebsten ein Geschenk machen und ihnen damit seine Liebe, Freundschaft, Verbundenheit oder Dankbarkeit auszudrücken, muss nicht unbedingt etwas mit überbordendem Kommerz zu tun haben. Es ist einfach ein schönes Zeichen. Heute besteht die letzte Möglichkeit, etwas Passendes zu finden. Der Weg zum Hückeswagener Einzelhandel ist kurz. Der hätte zudem den Vorteil, die örtlichen Händler zu stärken, was letztlich wiederum der Gemeinschaft zugutekommt. Und auch nach Weihnachten sind die Hückeswagener Händler für ihre Kunden da. Es muss nicht immer der Internethandel sein.

Apropos Handel: Zwei Supermärkte und mehrere Bäckereien in der Stadt haben an Heiligabend, der auf einen Sonntag fällt, für mehrere Stunden geöffnet. Die Mitarbeiter, die dann arbeiten werden, tun das freiwillig - weil es sich für sie rechnet: mit freien Tagen sowie Sonn- und Feiertagszuschlägen. Wer heute, morgen oder an den darauffolgenden Tagen zum Bäcker oder in den Supermarkt geht, könnte doch vielleicht den Vorschlag des SPD-Ortsvereins beherzigen und sich bei den Verkäufern mit einer kleinen Aufmerksamkeit für die Arbeit des ganzen Jahres bedanken.

Frohe und friedliche Weihnachten!

Quelle: RP
 
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