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Hückeswagen
Ex-Profis machen Hauptschülern Beine

Hückeswagen. Die beiden ehemaligen Bundesliga-Fußballer Michael Klinkert und Marcel Witeczek trafen gestern Morgen an der Montanschule auf begeisterte Schüler. Im Auftrag der AOK Rheinland/Hamburg wollen sie Kinder und Jugendliche dazu motivieren, in ihrer Freizeit mehr Sport zu treiben. Von Markus Plüm

Die 24 Hauptschüler sitzen in den Fußballtrikots ihrer Vorbilder auf den Gymnastikbänken, lauschen mit weit offenen Mündern gebannt den Worten des Mittvierzigers, der im Trainingsanzug vor ihnen steht. Ihnen ist anzusehen, dass sie nicht wissen, wer da eigentlich gerade redet. Dennoch sind sie fasziniert. "Ich bin Michael Klinkert, das neben mir ist Marcel Witeczek", sagt der eine. "Wir beide haben früher in der Fußball-Bundesliga gespielt. Heute wollen wir ein wenig mit Euch trainieren." Staunendes Schweigen. "Kommt schon, nicht so schüchtern", ruft Klinkert den Schülern in der Turnhalle der Montanusschule zu.

Im Auftrag der AOK Rheinland/Hamburg und für die Aktion "Fit durch die Schule" touren Klinkert und Witeczek bereits zum siebten Mal durch halb Nordrhein-Westfalen, um Schülern Spaß an der Bewegung zu vermitteln und sie für sportliche Aktivitäten zu begeistern. "Von November bis Februar sind wir an 30 bis 40 Schulen und trainieren zusammen mit den Kindern", sagt Witeczek, zweifacher Deutscher Meister und früher unter anderem in Diensten von Bayern München und Borussia Mönchengladbach. "Der Fußball ist dabei nur das verbindende Element, denn beibringen können wir den Schülern in der Kürze der Zeit sowieso nicht viel. Es geht einfach darum, gemeinsam Spaß an Bewegung zu haben und eine Motivation zu finden, auch abseits des Schulsports etwas zu tun."

Gestern waren die beiden Ex-Profis zu Gast in der Montanusschule - und schonten die Hauptschüler keineswegs. Schon am Morgen kamen die Kinder und Jugendlichen der Jahrgangsstufen fünf bis sieben, später die der Klassen acht bis zehn ordentlich ins Schwitzen. Michael Klinkert übernahm die Aufwärmübungen und trieb die Schüler mit motivierenden Worten durch die Sporthalle: "Gut so, immer das Tempo halten. Übertreibt es aber nicht." Bei Marcel Witeczeks Koordinationsübungen wurden dann auch die Gehirnzellen gefordert: "Wenn ich Kopf sage, fangt ihr den Ball, wenn ich Hand sage, köpft ihr ihn. Wie in der Schule: Macht immer das Gegenteil von dem, was ich sage."

Sowohl die Schüler als auch die beiden Ex-Bundesligaspieler hatten ihren Spaß gestern Morgen. Dabei zahlte es sich auch aus, dass Klinkert und Witeczek ein eingespieltes Team sind. "Wir sind seit 30 Jahren befreundet und machen das hier ja auch schon ein paar Jahre. Marcel seit 2005, ich seit 2001", erzählt Klinkert. "Es gibt wohl keine Schule im Rheinland und drumherum, an der wir noch nicht waren", ergänzt Witeczek. Wie wichtig ihre Arbeit ist, belegt folgende Aussage: "Im Verlauf der vergangenen zehn Jahre ist zu beobachten, dass die Fitness und die koordinativen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen deutlich schlechter geworden sind. Dagegen wollen wir etwas tun."

Das bekommen auch die Hauptschüler zu spüren: Erst nach 45 Minuten gibt es eine kurze Pause. "Es macht trotzdem Spaß, auch wenn es anstrengend ist", sagt der 13-jährige Felix, noch ein wenig außer Puste. Und der zwölfjährige Tom freute sich nach den laufintensiven Übungen auf den Rest der Trainingseinheit: "Jetzt machen wir wohl endlich was mit dem Ball. Aber auch so hat's mir bisher gut gefallen."

Quelle: RP
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