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Hückeswagen
Exoten machen Lust auf die 6. Bierbörse

Hückeswagen: Exoten machen Lust auf die 6. Bierbörse
Hückeswagen. Wieder über vier Tage läuft die 6. Hückeswagener Bierbörse auf dem Bahnhofsplatz und der Bahnhofstraße, die an Christi Himmelfahrt beginnt. Vom 5. bis 8. Mai präsentieren etwa 30 Aussteller bis zu 350 Biersorten aus aller Welt. Von Stephan Büllesbach

Wenn in der Region das Licht ausgegangen ist, bezeichnet der Bergische diesen Zustand als "duuster". Es ist dunkel. Genauso dunkel ist das untergärige, naturtrübe Bier der Brauerei Remscheider Bräu - logisch, dass die jungen Bierbrauer dieses Bier mit einer Stammwürze von 13 Prozent und einem Alkoholanteil von etwa 5,2 Prozent "Duuster" nennen. Die Remscheider Brauerei ist bei der sechsten Auflage der Hückeswagener Bierbörse in der kommenden Woche erstmals dabei. Sie präsentiert dann an ihrem Stand auf der Bahnhofstraße, vor "Rita's Wienlädchen", auch ein Pils und den extra für diese viertägige Veranstaltung gebrauten Maibock. Das Starkbier, das es zum Auftakt an Christi Himmelfahrt, 14 Uhr, beim offiziellen Fassanstich durch Bürgermeister Dietmar Persian gibt, hat es in sich - nämlich 6,5 Prozent Alkohol.

Die Bierbörse geht in ihre 30. Saison, zum sechsten Mal bildet die Schloss-Stadt den Rahmen für den Auftakt. Bundesweit folgen bis Ende September 23 Veranstaltungen - Hückeswagen gehört zu den kleinsten Veranstaltungsstädten, auch in Leipzig, Mönchengladbach, Düsseldorf, Leverkusen, Karlsruhe und Köln finden diese Festivals für Bierliebhaber statt.

Die Bierbörse ist in der Tat ein Eldorado für Freunde des Gerstensafts - denn in Hückeswagen und den übrigen Städten werden nicht nur die in der jeweiligen Region bekannten Marken ausgeschenkt, es kommen auch Exoten aus aller Welt in die Gläser und Flaschen. So kündigen die Veranstalter Andreas Born und Tamara Theisen von der Erkelenzer Agentur EMC allein für den Auftakt Anfang Mai "350 Biere aus aller Welt" an. Darunter sind etwa das "Brooklyn E.I.P.A", ein India Pale Ale, das bereits im 19. Jahrhundert in England und Schottland für die indische Kronkolonie gebraut wurde, "Big Wave Golden Ale" und "Wailua Weizen" aus Hawaii, oder das kenianische "Tusker".

Bei einigen Biersorten sollten die Besucher aber nicht zu experimentierfreudig sein, denn deren Namen lassen darauf schließen, dass zu viel des Genusses schmerzhafte Spätfolgen haben könnten. Das belgische "La Guillotine" hat einen Alkoholanteil von neun Prozent, das französische "Belzebuth" und das belgische "Deliriums tremens" 8,5 Prozent.

Obwohl der Alkohol auch bei der 6. Bierbörse reichlich fließen dürfte, gehen die Veranstalter und das Ordnungsamt der Stadt davon aus, dass es wie in den Vorjahren wieder ruhig und friedlich bleiben wird. "Wir hatten noch nie Probleme mit ausufernden Gegebenheiten wie etwa Randale", sagt Michael Kirch, als Fachbereichsleiter für die Ordnung in der Stadt zuständig. Auch die Polizei habe in den vorigen Jahren bestätigt, dass es während der Hückeswagener Bierbörse zu keinerlei Schwierigkeiten gekommen sei. "Das wünschen wir uns natürlich auch für die sechste Auflage", sagt Kirch. Ein Sicherheitskonzept, wie etwa fürs Altstadtfest, wird daher auch nicht benötigt. Allerdings auch, weil zeitgleich nicht so viele Menschen in der Stadt sein werden wie beim "Treffpunkt Hückeswagen" im September. "Die Besucher können im Notfall auch viel besser den Festbereich verlassen, als in der engen Altstadt", sagt Roland Kissau vom Ordnungsamt. Im vorigen Jahr seien an allen vier Tagen schätzungsweise 10.000 Besucher auf der Bahnhofstraße und dem Bahnhofsplatz gewesen, berichtet Andreas Born.

Ein Comeback auf der Hückeswagener Bierbörse wird das Münchener Hofbräu erleben, das längere Zeit nicht mehr angeboten worden war. Den passenden (bayerischen) Biergarten gibt es dazu. Aber auch, wer kein Bier trinken darf oder mag, findet etwas, werden doch auch antialkoholische Getränke und Bowle angeboten. Ebenso wie Speisen, zu denen unter anderem schwäbische Spezialitäten, Krustenbraten und Flammkuchen gehören werden.

Das Stadtmarketing und die hiesigen Handwerker werden sich in diesem Jahr übrigens mit dem Remscheider Brauhaus zusammentun. Wie in den Vorjahren geht wieder ein Teil des Erlöses als Spende ans Jugendzentrum. So soll das Geld dem Kinderdorf zugutekommen.

Quelle: RP
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