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Hückeswagen
Experte warnt vor Trojanern im Internet

Hückeswagen. Björn Stromberg referierte unterhaltsam und aufschlussreich zum Thema "IT-Sicherheit im Zeitalter intelligenter Cyber-Angriffe". Eingeladen hatte der Arbeitskreis "Wirtschaft" als Nachfolger der Unternehmer-Initiative "hui". Von Heike Karsten

Internet-Sicherheit geht alle an, die sich im weltweiten Netz bewegen und ein Smartphone, Tablet oder Computer nutzen. Denn immer häufiger kursieren beängstigende Nachrichten über Viren und Malware, die sich rasant verbreiten und ganze Server lahmlegen. Doch was machen Computerviren eigentlich, und wie kann man sich davor schützen? Über diese Fragen referierte am Donnerstagabend IT-Fachmann Björn Stromberg aus Witten vor etwa 50 Zuhörern im Kultur-Haus Zach.

Es war die erste Veranstaltung des Stadtmarketing-Arbeitskreises "Wirtschaft". "Es ist ein Neustart der ehemaligen Hückeswagener Unternehmer Initiative ,hui' und greift deren Ideen auf, wie die Förderung der Wirtschaft, Ausbau der Netzwerke und Kaufkraftbindung in Hückeswagen", sagte Michael Scholz von der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen, die die Veranstaltung unterstützte.

Stromberg ist Technischer Geschäftsführer des Unternehmens DATA-Systems und zudem für die IT-Sicherheit der Firma Pflitsch vom Mühlenweg verantwortlich. Er schaffte es, das komplexe Thema anschaulich und mit einfachen Worten zu vermitteln. Dabei nahm er die Zuhörer mit auf eine interessante Zeitreise, die mit unterhaltsamen Anekdoten gespickt war (siehe Infokasten). Die Powerpoint-Präsentation startete mit "Elk Cloner", dem ersten Computer-Virus, der sich 1982 per riesiger Acht-Zoll-Diskette verbreitete. "Damals musste man den Virus noch durch die Gegend tragen, damit er sich verbreiten konnte", witzelte Stromberg.

Durch die Anbindung an das Internet und die Einführung des E-Mail-Verkehrs gestaltete sich die Verbreitung von Viren und Würmern dann wesentlich effektiver. War anfangs noch Selbstdarstellung die Motivation der Programmierer solcher Schadsoftware, so entwickelten sich die intelligenten Cyber-Angriffe zu einer exzellenten Verdienstmöglichkeit für Online-Kriminelle. "Allein mit dem aktuellen Trojaner 'Locky' werden Einnahmen von 1,1 Millionen US-Dollar pro Tag erzielt", berichtete der IT-Fachmann.

Wie leicht es ist, an fremde Daten zu kommen, präsentierte Stromberg den Anwesenden dann gleich vor Ort. Während des Vortrags schrieb ein eigens dafür eingerichtetes WLAN-Netzwerk die Aktivitäten der Smartphones im Raum mit. "Wir sehen jetzt, auf welchen Seiten sie waren, welche unverschlüsselten Nachrichten und Bilder verschickt oder empfangen wurden und haben Ihre Adressen und Kontodaten, falls Sie etwas bestellt haben", sagte Björn Stromberg. "Wenn Sie eine Kopie benötigen, faxen wir sie Ihnen gerne zu", fügte er scherzhaft hinzu.

Angst zu verbreiten war jedoch nicht das Ziel des Vortrags, wohl aber das Aufzeigen der Gefahren. Trotz vieler Tipps: "Eine perfekte Lösung gibt es nicht", betonte Stromberg. Der Computer und das eigene Netzwerk wären immer nur so sicher, wie der Mensch, der davor sitzt. Das Internet sei die perfekte Umsetzung einer totalen Demokratie. "Alle haben die gleichen Rechte, es gibt weder kulturelle noch soziale Unterschiede", sagte der IT-Fachmann.

Ein Problem sei jedoch die Anonymität im weltweiten Netz sowie Länder ohne Sicherheitsgesetze, die schwer zu kontrollieren seien. Zudem schreitet die Entwicklung rasant fort: "Jedes Handy ist in Rechenleistung und Anbindung heute leistungsstärker, als der gesamte afrikanische Kontinent 1999", verglich Stromberg und fügte hinzu: "Ich weiß nicht, wo die Reise hingeht, aber es bleibt spannend."

Teilnehmerin Elena Clouth fand den Vortrag sehr interessant: "Man hört so viel davon in den Nachrichten, da ist es sinnvoll, das Bewusstsein dafür zu schärfen."

Der Arbeitskreis "Wirtschaft" möchte in Zukunft weitere Themenabende anbieten - darunter ein Wirtschaftsforum im Herbst, wie auch eine Neuauflage der "Nacht der Unternehmen", die für September vorgesehen ist.

Quelle: RP
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