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Hückeswagen
FaB: Feuerwehr an Bachstraße erweitern

Hückeswagen: FaB: Feuerwehr an Bachstraße erweitern
Der aktuelle Feuerwehrstandort an der Bachstraße. Nach Meinung der FaB sollte er modernisiert und ausgebaut werden: Anstelle des Unterrichtgebäudes (vorne) könnte eine Wagenhalle für Großfahrzeuge entstehen, auf dem Unterrichts- und Sozialräume errichtet werden. Von der Halle könnten die Feuerwehrfahrzeuge dann direkt auf die Bachstraße fahren. FOTO: Stephan Büllesbach
Hückeswagen. Die FaB kämpft weiter gegen den Neubau eines Feuerwehrhauses im Brunsbachtal, für das sich die politische Mehrheit bereits ausgesprochen hat. Ins Gespräch bringt Ralf Thiel den Ausbau des jetzigen Standorts an der Bachstraße. Von Stephan Büllesbach

Eine grobe Kostenschätzung für ein neues Feuerwehrhaus im Brunsbachtal gibt es bereits: 4,8 Millionen Euro für das Gebäude, dazu kämen noch Kosten für den Erwerb des Grundstücks und später für die Einrichtung. Eingeplant hat die Stadt bisher sechs Millionen Euro - "zu teuer" findet Brigitte Thiel, Fraktionsvorsitzende der FaB im Stadtrat. Zudem müssten die Folgekosten berücksichtigt werden. Weniger als die Hälfte würde es kosten, den jetzigen Feuerwehr-Standort an der Bachstraße zu modernisieren und zu erweitern. Ralf Thiel, viele Jahre selbst FaB-Fraktionschef, sagt im Gespräch mit unserer Redaktion: "Das ginge für unter drei Millionen."

Überhaupt findet der Brandamtsrat a. D., der 1966 als 16-Jähriger in die Freiwillige Feuerwehr gegangen war und später (bis 2010) bei der Berufsfeuerwehr Köln gearbeitet hatte, das geplante Feuerwehrhaus für zu groß dimensioniert. "Der Standort Brunsbachtal ist schlecht", meint er. "Da würde allein viel zuviel Geld in die Erdarbeiten gesteckt." Neben dem Standort Bolzplatz, den die FaB nach wie vor ebenfalls für deutlich attraktiver hält, käme für das Ehepaar Thiel auch ein Ausbau des jetzigen Standorts infrage. Dazu sollte das Gebäude mit den Unterrichtsräumen abgerissen und durch eine Halle für Großfahrzeuge ersetzt werden. Darauf könnten dann Sozial- und Unterrichtsräume entstehen. "Wir können dort zweieinhalb geschossig bauen; das gibt das Baurecht her", betont Ralf Thiel. Ein weiterer Vorteil neben den geringeren Kosten sei, dass die Fahrer die schweren Einsatzfahrzeuge nicht mehr rangieren müssten. Denn nach den Plänen der FaB hätte die Halle pro Fahrzeug jeweils vorne und hinten ein Tor - so könnten sie über den Platz hinein- und nach vorne auf die Bachstraße hinausfahren.

FOTO: Moll Jürgen

Für Ralf Thiel würde das völlig ausreichen: "Die Erweiterung des Standorts Bachstraße wäre für eine Kleinstadt am sinnvollsten. Und auch die Rettungswache könnte dort untergebracht werden." Das neue Feuerwehrhaus müsste seiner Ansicht auch deshalb nicht so groß dimensioniert werden, wie es im Brunsbachtal der Fall wäre, weil die Hückeswagener Feuerwehr ohnehin nicht so viele Fahrzeuge benötige, wie sie jetzt hat. So wirft Ralf Thiel der Verwaltung vor, in der Vergangenheit zu viele und teils auch die falschen Fahrzeuge angeschafft zu haben. Im Oberbergischen Kreis seien genügend Fahrzeuge und ausreichend Geräte vorhanden, die im Ernstfall angefordert werden könnten. "Bei einem Großbrand ist ohnehin der Kreis zuständig."

Bürgermeister Dietmar Persian sagte auf Anfrage, dass im Vorfeld auch der jetzige Standort daraufhin überprüft worden sei, ob er zukunftsfähig ist. "Die Untersuchung hat ergeben, dass dort einfach nicht der Platz vorhanden ist, den wir benötigen", stellte er klar. So fehle es etwa an Stellflächen für die Feuerwehrleute, wenn sie ihre Autos für einen Einsatz abstellen müssten, sowie Bewegungs- und Übungsflächen. Die Stadt habe zwar überlegt, ein Grundstück zu kaufen, die Konditionen seien für sie aber nicht realisierbar gewesen.

"Wir brauchen künftig einen gut aufgestellten und effektiven Standort", betonte Persian. Doch das funktioniere an der Bachstraße einfach nicht. Im Gegensatz zu dem Brandamtsrat a. D. hält er die Unterbringung der Rettungswache an der Bachstraße nicht für möglich. Sehr wohl aber im Brunsbachtal.

Zur Kritik, zu viele und falsche Fahrzeuge angeschafft zu haben, sagte der Bürgermeister: "Neben der fachlichen Expertise durch die Feuerwehrleitung und die -Führungskräfte richten wir uns in erster Linie nach dem Brandschutzbedarfsplan, der von Experten aufgestellt wurde." Daran halte sich die Stadt.

Möglich sei es aber, in Sachen Feuerwehr zukünftig gemeinsam etwa mit Wipperfürth zusammenzuarbeiten. "Die Ausbildung wird im Nordkreis bereits gemeinsam gemacht. Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir etwa bei speziellen Fahrzeugen und der Wartung gemeinsam operieren", sagte Persian. In dieser Hinsicht wären vielleicht auch hauptamtliche Kräfte eine Option, die sich um die Wartung von Fahrzeugen und Geräten kümmern. Einer hauptamtlich und rund um die Uhr besetzten Feuerwache mit bis zu 30 Feuerwehrleuten erteilte er jedoch eine Absage.

Quelle: RP
 
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