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Hückeswagen
Falscher Fünfziger in Geschäft aufgetaucht

Hückeswagen. Es kommt nicht häufig vor, doch am Dienstagmorgen wurde in einem Hückeswagener Geschäft Falschgeld entdeckt. Die Polizei rät, sich immer jeden Schein genau anzusehen. Denn wer "Blüten" in Umlauf bringt, macht sich strafbar. Von Stephan Büllesbach

Irgendwann am Montagnachmittag, zwischen 15.30 und 18 Uhr, muss ein Kunde einer Metzgerei in Kobeshofen - so die Mitteilung von Polizeisprecherin Monika Treutler - mit Falschgeld bezahlt haben. "Das fiel aber erst am Dienstagmorgen im Büro auf", berichtete sie auf Anfrage unserer Redaktion. Am Mittwoch stellte das Unternehmen dann Strafanzeige gegen unbekannt bei der Polizei.

Der gefälschte 50-Euro-Schein sei etwas kleiner als die originale Banknote, das Hologramm nicht korrekt, und der Sicherheitsfaden sei nur im Gegenlicht erkennbar, teilte sie mit. Die "Blüte" wurde von der Polizei sichergestellt und wir nun noch eingehend untersucht.

Aus der Metzgerei heißt es, dass ein Prüfgerät an der Kasse vorhanden gewesen sei. Bei dem Zahlbetrag habe es sich um eine größere Summe im dreistelligen Bereich gehandelt. "Wir haben nicht jeden Schein sofort geprüft. Im Nachhinein ist es dann aufgefallen", heißt es weiter.

Es ist das erste Mal seit etwa eineinhalb Jahren, dass in der Schloss-Stadt wieder Falschgeld auftaucht. Anfang 2015, berichtete Michael Scholz von der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen, hatte es offenbar mehrere Versuche von Auswärtigen geben, hier "Blüten" unterzubringen. "Das waren Reisende, die ihre Scheine etwa in Kiosken beim Kauf von Zeitungen loswerden wollten", erinnerte er sich. Damals hatten sich die hiesigen Kreditinstitute kurzgeschlossen, und der "Spuk" hörte anscheinend schnell auf.

Dass im Oberbergischen Kreis Falschgeld auftaucht, sei kein häufiges Phänomen, bestätigte Monika Treutler. Allerdings komme es immer wieder vor. Erst vor wenigen Wochen war ein falscher Fünfziger im Wipperfürther "Hansecafé" am Marktplatz aufgetaucht. Dieser Schein gilt ohnehin als der am häufigsten gefälschte.

Die Polizeisprecherin rät allen, die ein komisches Gefühl bei einem Geldschein haben, ihre Bank aufzusuchen und ihn dort checken zu lassen. "Falschgeld kann man manchmal schon fühlen", sagte sie. Handelt es sich dabei tatsächlich um eine "Blüte", so hat der Überbringer Pech gehabt - das Geld wird ihm nämlich nicht erstattet. Allerdings sollte niemand auf die Idee kommen, den Schein tatsächlich in Umlauf zu bringen. Monika Treutler warnt: Wer das tut - mit Vorsatz oder auch aus Unwissen - bringe Falschgeld in Umlauf, was bestraft werde.

Wobei wohl nur wirklich dann eine Strafe in Betracht kommt, wenn jemand das mit Absicht macht. Die Polizeisprecherin rät daher, jeden Schein auf die klassischen Sicherheitsmerkmale zu überprüfen (siehe Infokasten). "Wer Geld aus dem Bankautomaten zieht, braucht aber keine Angst zu haben. Denn die Scheine sind geprüft", versichert sie.

Auch die Volksbank Remscheid-Solingen und die Raiffeisenbank erhalten täglich Scheine der Hückeswagener Händler und Supermärkte. Die meisten, wie etwa der Wiehagener Edeka-Markt, haben Prüfgeräte, die die Scheine mittels UV-Licht auf ihre Richtigkeit überprüfen. Noch genauer sind die Geräte der Banken. "Wenn wir Falschgeld entdecken, geben wir es zur Bundesbank zur nochmaligen Prüfung", sagte Sandra Gerke, Leiterin der Volksbank-Geschäftsstelle.

"Bei jeder Einzahlung wird jeder Schein kontrolliert", betonte auch Guido Verwied, Leiter der Raiffeisenbank-Filiale. Sie laufen dann durch ein sehr sensibles Prüfgerät. Gut geschrieben werde nur das Geld, was auch als echt erkannt worden ist; Falschgeld werde einbehalten. Im Edeka-Markt ist im vorigen Jahr zuletzt eine "Blüte" aufgetaucht. "Das war ein 50-Euro-Schein", sagte Marktleiter Andreas Kraegel. Der Kunde sei ziemlich konsterniert gewesen. Er hatte offensichtlich nicht bewusst mit einem falschen Fünfziger bezahlt.

Quelle: RP
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