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Hückeswagen
Falschparker gefährden Rettungseinsätze

Hückeswagen: Falschparker gefährden Rettungseinsätze
Problematisches Durchkommen für das Tanklöschfahrzeug auf der Friedrichstraße: Links parken Autos vorschriftsmäßig in den Parkbuchten, aber das abgestellte Auto rechts hat dort nichts zu suchen und behindert das Einsatzfahrzeug. FOTO: Feuerwehr
Hückeswagen. Die Straßen in der Altstadt sind eng. Wenn dann noch am Straßenrand oder auf den Gehwegen verbotenerweise Autos abgestellt werden, kommen Rettungsfahrzeuge nicht mehr durch. Die Stadt will nun handeln - und notfalls abschleppen lassen. Von Stephan Büllesbach

Der Mann hat es überlebt. Aber es hätte auch anders, schlimmer ausgehen können. Der Anwohner der Marktstraße war an einem Abend im Sommer vom Notarzt wiederbelebt worden. Nun warteten alle auf die Drehleiter der Feuerwehr, weil der Patient auf der Trage aufgrund der vielen Geräte und der Infusionen nicht durch das schmale Treppenhaus passte - wie fast alle Gebäude in der Altstadt sind diese teils jahrhundertealt und sehr eng. Der Mann hätte daher mit Hilfe der Drehleiter aus einem Fenster geborgen werden müssen.

Doch die Feuerwehr hatte ein Problem: Auf den Gehwegen der Marktstraße abgestellte Autos sorgten dafür, dass das große Einsatzfahrzeug seine Stützen nicht ausfahren konnte. Jeweils 1,5 Meter fahren die auf beiden Seiten heraus, um der Drehleiter die notwendige Stabilität zu geben. Doch weil die eben nicht ausgefahren werden konnten, ohne die Autos zu beschädigen, stellte der bordeigene Computer fest, dass die Last nicht entsprechend verteilt werden konnte - und fuhr die Drehleiter nicht aus.

Engpass Marktstraße: Hier ist es besonders kritisch für Einsatzfahrzeuge. FOTO: Stadt

So blieb den Einsatzkräften nichts anderes übrig, als an allen haustüren zu klingeln und nach den Autobesitzern zu fragen. "Die kamen dann auch sofort heraus und haben eingesehen, dass sie ihre Fahrzeuge wegsetzen musste", sagt Stadtbrandinspektor Karsten Binder in einem Pressegespräch. Aber der Rettungseinsatz hatte sich um rund zehn Minuten verzögert. Eine Zeitspanne, die für den Patienten hätte gefährlich werden können.

Das ist kein Einzelfall, sind doch ständig - vor allem am Wochenende - die Straßen in der Altstadt zugeparkt, Häufig von Gästen der Gastronomie. Aber auch an der Friedrichstraße und im Wohngebiet der Robert-Schumann-Straße ist mitunter kein Durchkommen für die großen Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr. Das hat die Stadt jüngst bei einer Probefahrt über die betroffenen Straßen festgestellt.

"Wir haben erhebliche Bedenken, wenn weiter so geparkt wird", betont Michael Kirch, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales. Es müsse nicht immer ein Brand sein, wenn die Feuerwehr ausrücke, es könne sich auch um Hilfeleistungen handeln. Wie bei dem Einsatz an der Marktstraße. Kirch: "Jede Zeitverzögerung geht zu Lasten der zu rettenden Person!" Vom Brandfall wolle er erst gar nicht reden, wenn es wirklich einmal an der Marktstraße brennen und dann mehrere Fahrzeuge anrücken sollten.

Die Stadt gehe nicht restriktiv und regide vor, versichert Kirch. Allerdings würden in solchen Fällen andere in ihren Rechten beeinträchtig. Eltern mit Kinderwagen, Gehbehinderte mit Rolllatoren oder Rollstuhlfahrer kämen nicht über den Gehweg an dort parkenden Autos vorbei und müssten über die Straße. Angesichts der Probleme geht die Stadt nun verstärkt gegen Falschparker vor. Bürgermeister Dietmar Persian stellt klar, dass die Situation genau beobachtet wird und Knöllchen geschrieben werden. Sogar das Abschleppen von Autos schließt er nicht aus. Wichtig ist ihm, festzuhalten, dass es der Stadt dabei nicht ums Kassieren geht. Auch sollen keine Gäste der Altstadtlokale vergrault werden. "Aber wir haben in der Stadt ausreichend Parkraum - etwa an der Goethestraße, am Schmittweg, Am Kamp und ab 16 Uhr auch am Schloss; dann muss man halt ein wenig gehen", sagt er. Persian appelliert, nicht auf Bürgersteigen und in Kurvenbereichen zu parken. Zudem muss innerorts eine Restbreite von 3,50 Meter gewährleistet sein, wenn das Auto am Straßenrand abgestellt wird.

Jeder Falschparker sollte sich bewusst sein, dass das Abschleppen eine teure Angelegenheit ist: Zum Bußgeld (s. Info) kommen weitere Kosten von 300 bis 400 Euro hinzu.

Quelle: RP
 
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