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Hückeswagen
FDP-Fahrplan beliebt wie in all den 38 Jahren

Hückeswagen. Es war offensichtlich, dass die Hückeswagener sehnsüchtig auf ihn gewartet hatten, denn der Busfahrplan der FDP ging am Samstagvormittag weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Lange bevor Ehrenvorsitzender Gerhard Welp mit seinen Parteifreunden den Stand am Etapler Platz überhaupt aufgebaut hatte, standen schon die ersten Passanten bereit.

"Gibt es hier den neuen Fahrplan?", wollte beispielsweise Gerda Bornefeld wissen. Die 80-Jährige war die Erste, die gleich zwei der heiß begehrten Pläne erhielt. "Einen nehme ich meiner Freundin mit", erklärte die Seniorin. Den Plan nutzt sie "eigentlich schon solange ich denken kann." Praktisch sei das knapp 50 Seiten starke und Din-A6 kleine Heft, das in jede Handtasche hineinpasse. "So weiß man sofort, wann die Busse fahren, und man kann auch mal jemandem helfen", sagte Gerda Bornefeld. Die Hückeswagenerin fährt häufig mit dem Bus nach Radevormwald und Wipperfürth, manchmal auch nach Lennep.

Auch Friedrich Hellemann (65) sicherte sich ein Exemplar. "Ich hol' mir den immer ab, weil ich häufig mit dem Bus fahre. Im Plan finde ich alle Verbindungen sofort."

Rund 60 Stunden hatte Gerhard Welp an dem aktuellen Plan gearbeitet, 24 Bus- und Bahnverbindungen sind darin aufgelistet. "Unseren Fahrplan gibt es jetzt schon seit 1979", berichtete er. Den ersten habe er damals noch auf der Schreibmaschine getippt. "Das war eine Heidenarbeit. Damals gab es ja auch noch kein Tipp-Ex." Wenn er sich vertippte, musste er die Seite also neu schreiben. Längst hat der 81-Jährige auf Computer umgerüstet - der in diesem Jahr allerdings nach einem technischen Defekt ausfiel, weshalb der Plan einige Wochen später als üblich verteilt wurde. Der Fahrplan ist zudem seit einigen Jahren auch in Farbe gestaltet und mit Werbeanzeigen versehen. Damit wird der zwischen 1000 und 1500 Euro teure Druck der rund 1000 Exemplare finanziert, die hinterher kostenfrei verteilt werden.

Vor allem die ältere Bevölkerung, sagt Welp, die kaum oder gar nicht mit dem Internet vertraut sei und nicht unbedingt alle Fahrpläne der einzelnen Verkehrsbetriebe mit sich herumtragen wolle, sei dankbar, dass es den kleinen Helfer immer noch gibt. "Und natürlich", gibt Welp lächelnd zu, "ist es auch ein bisschen Werbung für die FDP".

(sebu)
 
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