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Gastbeitrag von Pfarrer Marc D. Klein
"Fest des Lebens und der Hoffnung"

Gastbeitrag von Pfarrer Marc D. Klein: "Fest des Lebens und der Hoffnung"
Pfarrer Marc Dominikus Klein in der Pfarrkirche. FOTO: Schütz (Archiv)
Hückeswagen. "Menschen, die ihr wart verloren, lebet auf, erfreuet euch! Heut ist Gottes Sohn geboren, heut ward er den Menschen gleich." So heißt es in dem wunderbaren Lied von Christoph Bernhard Verspoell aus dem Jahr 1810.

"Neues Leben" - da denken wir eher an Ostern. Aber an Weihnachten feiern wir die Geburt eines Kindes. Ja, Weihnachten ist das Fest des neuen Lebens, des Auf-Lebens. Jedes Weihnachtsfest ist anders, weil wir und die Umstände um uns herum sich verändern. Die Menschen waren und sind verloren ohne diesen Gott, den wir Vater nennen dürfen und der uns mit seinem Sohn alles geschenkt hat. "Menschen! Liebt, o liebt ihn wieder und vergesst der Liebe nie!", heißt es weiter und ruft uns zu Weihnachten in Erinnerung, dass wir geliebt sind, aus Feindeshand befreit, auch, wenn wir uns manchmal nicht so fühlen mögen. Die Liebe nicht zu vergessen, das will Weihnachten uns lehren. Die Liebe zu Gott, zum Anderen, zu uns selbst.

Wir dürfen aufleben und uns freuen, weil Gott keinen Menschen vergisst und wir ihm wichtig sind. In jeder Lebensphase und tatsächlich in unserem Tod. "Kündet allen in der Not: Fasset Mut und habt Vertrauen. Bald wird kommen unser Gott; herrlich werdet ihr ihn schauen. Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil." (Friedrich Dörr)

Die Not der Menschen hat viele Namen und Gesichter: arbeitslos, krank, behindert, verzweifelt, einsam, unerwünscht, heimatlos, auf der Flucht. Und jedes Jahr die gleichen Rituale - jedes Jahr neu: die Sehnsucht nach dem Fest. Wir bereiten uns auf sein Kommen vor und feiern seine Gegenwart.

Viele freuen sich auf Weihnachten, manche nicht. Weihnachten kann anstrengend sein. Manche erfahren die Einsamkeit und die Traurigkeit intensiver als sonst. Weihnachten soll nicht sentimental oder kitschig sein. Weihnachten ist das Fest des Lebens, des Trostes, der Gemeinschaft, der Hoffnung, der Ermutigung, der Freude, für jeden Menschen ganz persönlich. Wir blicken neu auf unsere Würde und Schönheit, blicken aus auf Gemeinschaft und Erfüllung. Das ist seine Zusage: Neues Leben für alle Menschen! Das heißt: Mit dir, meinem Gott, kann alles heil werden - wird es durch jede Finsternis hindurch wieder hell. Unsere Sehnsucht nach Leben, Heilung und Glück ist berechtigt und soll erfüllt werden.

In diesem Sinne wünsche ich ein frohes, gnadenreiches Weihnachtsfest und Gottes reichen Segen für das neue Jahr.

Ein Gastbeitrag von Marc D. Klein, Pfarrer des katholischen Seelsorgerverbands.

(BM)
 
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