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Hückeswagen
Feuerwehr arbeitet jetzt komplett digital

Hückeswagen: Feuerwehr arbeitet jetzt komplett digital
Feuerwehrchef Karsten Binder freut sich auf die moderne Technik im Feuerwehrgerätehaus an der Bachstraße: Michael Kirch, Roland Voß, Sven Richard, Wilfried Reinecke, Mathias Pohl und Dietmar Persian feierten die Übergabe des Tisches am Montagabend. FOTO: jürgen moll
Hückeswagen. Mit der Anschaffung eines neuen Funktisches ist die Umrüstung der Freiwilligen Feuerwehr auf Digitalfunk beendet. Kosten: etwa 40.000 Euro - 25.000 Euro für den Tisch, 10.000 Euro für die Technik und 5000 Euro für den Umbau. Von Wolfgang Weitzdörfer

Die Einsatzzentrale im Feuerwehrgerätehaus an der Bachstraße sieht jetzt durchaus ein wenig futuristisch aus: Der neue Funktisch, der im Juni durch zwei Fachfirmen aus Soest und Dortmund eingebaut sowie angeschlossen und programmiert wurde, geht über die gesamte Raumbreite. Zwei Konsolen bieten Platz für zwei Feuerwehrleute, die im Flächeneinsatzfall, etwa bei Hochwasser oder einem Sturm wie seinerzeit Kyrill vor neun Jahren, zentral die Einsatzkräfte koordinieren können.

Hintergrund ist eine Landesvorgabe, nach der alle Rettungs- und Hilfsorganisationen wie Feuerwehr, Polizei, DLRG oder Rettungsdienste ihren Funkverkehr von analog auf digital aufrüsten müssen. "Das ist nun bei der Freiwilligen Feuerwehr Hückeswagen mit dem Einbau des neuen Funktisches abgeschlossen", sagte Feuerwehrleiter Karsten Binder am Montagabend, als der neue Funktisch der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Dem vorausgegangen war ein Prozess, der sich über eine längere Zeit hinzog. Das bestätigte Brandinspektor Mathias Pohl, der zusammen mit seinem Kollegen, Brandinspektor Wilfried Reinecke, von Januar 2013 bis November 2015 bei mehreren Tagesschulungen in die Digitalfunktechnik eingewiesen wurde. "Von der ersten Idee bis heute sind vier Jahre vergangen. Die Vorteile der Digitaltechnik liegen auf der Hand: Anders als beim Analogfunk kann nicht mehr jeder mithören, und die Übertragungsqualität und Netzabdeckung sind viel besser." So sei jetzt etwa auch in der Purd digitaler Funkverkehr möglich. Ein neuer Tisch ist deshalb dringend nötig, weil der alte aus dem Jahr 1994, den Karsten Binder seinerzeit noch selbst konstruiert und zusammengebaut hatte, für die Anforderungen des Digitalfunks nicht ausgelegt war. "Ein Umbau war nicht möglich, daher mussten wir den Tisch neu bauen lassen", sagte er.

Die Anschaffung wurde in den städtischen Haushalt für 2015 eingeplant, die Kosten belaufen sich auf etwa 40.000 Euro. Davon entfallen 25.000 Euro auf den Tisch, weitere 10.000 Euro auf die Technik und 5000 Euro auf den Umbau. "Darin sind aber nicht die vielen Stunden der Planung und Eigenleistung unserer Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden eingerechnet", betonte Binder bei der Vorstellung des neuen Tisches. Auch Bürgermeister Dietmar Persian ist vom neuen Tisch begeistert. "Damit zeigt sich einmal mehr, was unsere Feuerwehr in Hückeswagen leisten kann", sagte er. Dies sei nur durch die hervorragende und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Stadtverwaltung in dieser Form möglich. "Für diese Anschaffung war eine intensive Vorarbeit nötig, die nur durch das engagierte Team geleistet werden konnte", sagte Persian. Die Digitalisierung steht bei der Stadtverwaltung auf der Agenda ganz oben: "Daher bin ich sehr froh, dass wir das jetzt abgeschlossen haben."

Von den 13 Kommunen im Oberbergischen Kreis ist Hückeswagen eine von nur zwei Kommunen, die nun vollständig digital arbeiten können. Das sei, sagte Ordnungsamtsleiter Michael Kirch, vor allem wegen der für Funknetze ungünstigen Topographie eine äußerst bemerkenswerte Leistung.

Dahinter steckt jedoch auch jede Menge Fleißarbeit der Feuerwehrleute. "Wir sind im Vorfeld alleine im Stadtgebiet 400 Kilometer Strecke abgefahren, um die Netzverfügbarkeit zu prüfen", sagte Binder. Die zahlreichen roten Löcher wurden dann vor der Umstellung gestopft. Auf Landeskosten, wie der Feuerwehr-Leiter hinzufügte: "Wären die Löcher nach Beginn der Umstellung aufgefallen, hätte dafür die Kommune aufkommen müssen."

Quelle: RP
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