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Hückeswagen
Firmen bewerten ihre Lage schlechter

Hückeswagen. Eine Umfrage der IHK Köln zeigt, dass Unternehmer im Oberbergischen Kreis von einer gleichbleibenden Entwicklung in den kommenden Monaten ausgehen. Der Fachkräftemangel ist besonders in der Logistikbranche zu spüren. Von Elena Erbrich

Die Stimmung der Unternehmen im Oberbergischen Kreis ist schlechter geworden als im vergangenen Jahr. Das ergibt die diesjährige Befragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln. Sie interviewte 625 kleine und mittelgroße Firmen im Kammerbezirk mit bis zu 250 Beschäftigten. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Investitionspläne vorsichtig bleiben und die Unternehmen den Fachkräftemangel spüren.

In Köln, im Rhein-Erft-Kreis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis hat sich die Stimmung im Vergleich zur letzten Umfrage verbessert. Die meisten Unternehmen in der Region blicken zuversichtlich auf die kommende Zeit. Die Inlandsnachfrage sei gut, der Euroraum erhole sich immer mehr, die Arbeitsmarktentwicklung sei stabil und das Zinsniveau anhaltend niedrig.

Nur in Leverkusen und im Oberbergischen Kreis bewerten die Firmen die Lage als nicht ganz so gut. In Oberberg gehen die Unternehmen auch überwiegend von einer gleichbleibenden Entwicklung in den kommenden Monaten aus. "Wir kommen zu einem solchen Ergebnis, weil wir aus diesem Kreis mehr Antworten von Industrieunternehmen erhalten haben. Die sind aufgrund von Abhängigkeiten von Auftraggebern und konjunkturellen Schwankungen generell vorsichtiger mit ihren Prognosen", sagt Ulrich Soénius, Leiter der Standortpolitik und stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. "Im Rheinisch-Bergischen Kreis oder in Köln haben zum Beispiel mehr Einzelhändler und Dienstleister geantwortet. Da es in der Branche gerade sehr gut läuft, sind sie euphorisch und haben rege Rückmeldung gegeben." Die gute Lage trage dazu bei, dass sie positiv in die nahe Zukunft blicken. "Die Leute kaufen. Das ist ein bundesweites Phänomen", sagt Soénius. Besonders positiv bewertet das Baugewerbe momentan seine Geschäftssituation. "Das Baugewerbe ist der Gewinner", sagt Soénius. "Die Auftragslage ist gut. Das liegt daran, dass viele Häuser, die jetzt 50 oder 60 Jahre alt sind, überholt werden müssen. Die niedrige Zinslage verführt dazu, in Immobilien zu investieren." Derzeit sei es sogar schwierig, einen Auftragnehmer zu finden. Die Handelsunternehmen bewerten ihre Situation etwas schlechter als in der Befragung im vergangenen Jahr. "Die gute Stimmung und die positiven Erwartungen schlagen bei den kleinen und mittleren Unternehmen im Kammerbezirk aber nicht auf die Investitionspläne durch", sagt Soénius. 19 Prozent der befragten Unternehmen plant höhere Investitionen, genauso viele wollen ihre Investitionen aber zurückzufahren. Vor allem die Industrie- und Handelsunternehmen rechnen mit geringeren Investitionen. Das Dienstleistungsgewerbe will hingegen mehr investieren. "Der Fachkräftemangel ist durch die Bank zu spüren", sagt Soénius. 16 Prozent der befragten Unternehmen geben an, in den kommenden Monaten weitere Mitarbeiter einstellen zu wollen. Sechs Prozent planen einen Stellenabbau. 22 Prozent geben an, dass es schwierig sei, Mitarbeiter zu finden. "Es ist nach wie vor so, dass junge Leute eher an die Hochschule gehen als sich für eine Ausbildung zu entscheiden", sagt Soénius. Besonders die Logistikbranche sei von dem Fachkräftemangel betroffen. "Wir brauchen aber eine starke Logistikbranche. Ohne sie geht nichts", sagt Soénius. Die Industrieunternehmen merkten den Mangel noch nicht so sehr. "Die Auswahl an Bewerbern ist aber geringer", sagt Soénius. Die Unternehmen müssten etwas tun, um neue Mitarbeiter anzulocken. "Die kommen nicht mehr von alleine", sagt Soénius. "Auch die Kommunen müssen sich bemühen. Die Leute wollen gut wohnen und Einkaufsmöglichkeiten vor der Tür haben. Vor allem die Kommunen im Oberbergischen Kreis sind aber gewillt, da etwas zu machen."

Quelle: RP
 
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