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Hückeswagen
Flosbach: "Brüssel soll sich raushalten!"

Hückeswagen. Europa stand bei der CDU-Mitgliederversammlung im Mittelpunkt: Klaus-Peter Flosbach, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Oberberg, sprach über Europa, warf aber auch einen Blick auf 70 Jahre CDU in Deutschland und in der Schloss-Stadt sowie die Bedeutung der Volkspartei in der heutigen Parteienlandschaft und der Gesellschaft. Von Wolfgang Weitzdörfer

30 Mitglieder waren der Einladung des Stadtverbandsvorsitzenden Willi Endresz gefolgt. Sie wohnten einem interessanten Vortrag mit zahlreichen Einsichten aus der Hauptstadt Berlin bei, der für angeregte Diskussionen sorgte.

Flosbachs Fazit: Europa hat sich in der Flüchtlingskrise nicht mit Ruhm bekleckert. "Wir haben vor vier, fünf Jahren versäumt, den Menschen vor Ort zu helfen, als etwa der Krieg in Syrien noch nicht so extreme Auswirkungen hatte, wie das heute der Fall ist. Es sollte das Subsidiaritätsprinzip gelten: Brüssel soll sich aus Hückeswagen raushalten, die Politik vor Ort soll sich um die Dinge kümmern, um die es dort geht", sagte Flosbach. Die Aufgabe Europas sei die Außen- und jetzt auch die Flüchtlingspolitik, "und da versagt es vollständig."

Dabei sei die Notwendigkeit einer Lösung der Krise keineswegs geringer geworden. "Durch die moderne Technik ist die Welt nur noch einen Mausklick oder ein Wischen auf dem Smartphone entfernt." Es sei einfach, nachzuprüfen, wie man hier mit der Situation umgehe. "Auch deswegen muss eine Lösung her!" Abgesehen davon dürfe man keinesfalls die Moral vergessen, so Flosbach.

Sein zweiter inhaltlicher Schwerpunkt war die Geschichte der CDU als Nachfolgerin der Zentrumspartei nach dem Zweiten Weltkrieg. Besonderen Wert legte er auf das "C", ohne dass das Grundgesetz nicht zu verstehen sei. Und das gelte nach wie vor, auch wenn es heutzutage nicht mehr die Bedeutung wie noch vor 30 Jahren habe. "Wir respektieren jeden Menschen, egal welcher Nationalität oder Religion. Das erwarte ich auch von anderen Ländern, die das aber nicht immer tun", sagte Flosbach, der im Bundestag im Stefanus-Kreis aktiv ist.

Dieser beobachtet die Situation verfolgter Christen weltweit. Um Wahldebakel wie in Sachsen-Anhalt oder Baden-Württemberg zu vermeiden, müssten die CDU-Politiker auf Authentizität und Ehrlichkeit setzen - das sei dem Wähler wichtiger, als Parteizugehörigkeit, so Flosbach weiter. "Das konnte man an der Person Wilfried Kretschmanns von den Grünen sehen." Mit Edgar Schmitz wurde eines von drei langjährigen Parteimitgliedern geehrt, die anderen beiden waren verhindert. Ihre offizielle Ehrung ist im Sommer.

Schmitz erhielt von Flosbach die Ehrennadel für 40 Jahre Mitgliedschaft sowie eine von der Bundesvorsitzenden und Kanzlerin, Angela Merkel, unterzeichnete Urkunde überreicht. Endresz ging in seinem kurzen Bericht auf das vergangene CDU-Jahr ein, das ganz im Zeichen des erfolgreichen Wahlkampfes zur Landratswahl im September stand. Außerdem freute er sich, dass es seit März unter dem Vorsitz von Tim Niklas Buchholz wieder eine Junge Union in Hückeswagen gibt.

Quelle: RP
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