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Hückeswagen
Flüchtlingskinder - neue Kita-Gruppen müssen her

Hückeswagen. Seit Jahresbeginn sind der Stadt 265 Flüchtlinge zugewiesen worden, insgesamt leben nun knapp 290 Asylsuchende in Hückeswagen. Mehr werden es auch in diesem Jahr nicht mehr werden, denn die für die Zuweisung zuständige Bezirksregierung Arnsberg hat den Städten und Gemeinden im Land eine "Weihnachtspause" zugesichert. Von Brigitte Neuschäfer

Das teilte Michael Kirch als zuständiger Fachbereichsleiter der Verwaltung am Freitag in der letzten Ratssitzung des Jahres mit. Konkret bedeutet die Ankündigung aus Arnsberg: Ab dem 23. Dezember und bis zum 4. Januar müssen in den Kommunen keine neuen Flüchtlinge aufgenommen, untergebracht und versorgt werden - "Atempause" für die vielfach überlasteten Mitarbeiter in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen.

Von den knapp 290 Flüchtlingen in Hückeswagen sind die meisten (204) Männer und Jungen. Mit ihren Zuflucht suchenden Eltern sind insgesamt 92 Kinder in die Stadt gekommen. Gut ein Drittel von ihnen ist bis zu sechs Jahre alt, also im Kindergartenalter. Auch mit Blick auf eine frühzeitige Integration und die damit einhergehende Spracherziehung dieser Kinder erscheint der Besuch einer Kita für sie dringend erforderlich. Das Problem dabei: Die Plätze in den Einrichtungen werden inzwischen knapp.

Von Amts wegen zuständig ist in diesem Fall nicht die Stadt, die keine eigenen Kindergärten betreibt, sondern das Kreisjugendamt, stellte Bürgermeister Dietmar Persian im Rat klar. "Es wird in jedem Fall zusätzliche Gruppen in den Kindertagesstätten geben müssen", sagte Persian. Jugendamt, Stadt und die freien Träger der Kindergärten in Hückeswagen seien deswegen intensiv im Gespräch. Die Lage wird sich im nächsten Jahr weiter zuspitzen, denn die Stadt rechnet damit, dass ihr 2016 pro Monat 25 weitere Flüchtlinge zugewiesen werden. Auch unter ihnen werden wieder Kinder sein, die einen Platz in der Kita brauchen.

Für ältere Kinder aus Flüchtlingsfamilien gilt im selben Umfang wie für gleichaltrige Deutsche Schulpflicht. Die Stadt hatte mit Blick darauf schon vor Monaten die Einrichtung einer internationalen Klasse an der Hauptschule beantragt. Zwischenzeitlich ist sie genehmigt, eine halbe Lehrerstelle dafür ebenfalls. Offen ist, ob sie bis zum 1. Februar auch tatsächlich besetzt werden kann.

Die Klasse soll aber in jedem Fall frühzeitig im neuen Jahr an den Start gehen. "Die Hauptschule hat zwei zusätzliche Stellen genehmigt bekommen", sagte Michael Kirch. Schulleiter Gerd Püschel werde sie im Zweifelsfall für den Unterricht in der internationalen Klasse einsetzen. "Wir starten diese Klasse, sobald sich die Hauptschule dazu in der Lage sieht, eventuell also auch schon vor dem 1. Februar", unterstrich Kirch.

In der internationalen Klasse sollen Kinder aus unterschiedlichen Herkunftsländern vor allem intensiv Deutsch lernen, um dann später in die Regelklassen der örtlichen Schulen integriert werden zu können.

Quelle: RP
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