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Hückeswagen
Footballer suchen dringend Nachwuchs

Hückeswagen: Footballer suchen dringend Nachwuchs
Das erste Spiel der Phoenix-Footballer auf dem Kunstrasen an der Schnabelsmühle im Juli war auch vorerst eines der letzten. Denn die Seniorenmannschaft musste mangels Masse vom Spielbetrieb abgemeldet werden. FOTO: J. Moll (Archiv)
Hückeswagen. Weil der American-Football-Verein Phoenix seine erste Mannschaft aus dem Spielbetrieb nehmen musste, suchen die Verantwortlichen nun vor allem Jugendliche, die sich für den Sport interessieren. Ziel ist, drei Jugend-Teams aufzubauen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es liegen schon einige Querelen hinter den Phoenix-Footballern mit dem TSV Hämmern, dem sie eine Zeit lang angeschlossen waren (die BM berichtete). Allerdings mündeten diese letztlich darin, dass sie in Hückeswagen eine neue Heimat gefunden haben und seit einigen Monaten auf dem Sportplatz Schnabelsmühle trainieren. Auch wenn dort alles wunderbar läuft, treiben den Vorsitzenden Christian Fröhlich und seine Mitstreiter derzeit wieder neue Sorgen um. Diesmal geht es um den Nachwuchs, wie Fröhlich sagt: "Wir mussten unsere erste Mannschaft aus dem Spielbetrieb nehmen, weil wir keinen gescheiten Kader aufstellen konnten." Daher habe sich der Vorstand zusammengesetzt, um eine Prioritätenliste für die Zukunft zu formulieren. Dabei habe sich vor allem eines als wichtigster Punkt herauskristallisiert: "Unsere erste Priorität ist jetzt die Jugend."

An zweiter Stelle sieht er die Ausbildung der Trainer. "Wir haben sechs Teilnehmer, die demnächst Lehrgänge in Troisdorf und Münster absolvieren werden. Die Ausbildung läuft über den Verband." So sei der Verein diesbezüglich für die Zukunft sehr gut aufgestellt. "Und ebenfalls sehr wichtig ist die Anschaffung von Trainingsgeräten", sagt Fröhlich. Dazu gehören etwa sogenannte Tackle Donuts - Schaumstoffringe, mit denen das Attackieren des Gegners geübt werden kann. Ebenfalls angeschafft werden soll ein Blockschlitten: "Ein etwa 150 bis 200 Kilogramm schweres Stahlgestell, das auf dem Rasen hin- und hergeschoben werden kann", erläutert Fröhlich. Damit soll das Training attraktiver gestaltet werden, um mittelfristig neue Mitspieler anzuwerben und die bereits aktiven zu halten.

Gesucht werden nun Jugendliche ab zehn Jahren, die Spaß am Football haben. Dabei sind keine Vorkenntnisse des auf den ersten Blick komplizierten Regelwerks nötig: "Wer sie hat, ist natürlich im Vorteil. Aber alle Regeln werden im Learning-by-doing-Verfahren auf dem Platz vermittelt", versichert der Cheftrainer. Ziel sei es, im kommenden Jahr zwei bis drei Mannschaften im Spielbetrieb zu haben. "Dafür brauchen wir etwa zwölf Spieler pro Mannschaft. Damit kann man vernünftig arbeiten und trainieren", sagt der Vorsitzende.

Die Mannschaften sind nach Alter unterteilt, die Sprünge dabei recht klein: "Es gibt U 10-, U 12-, U 14-, U 16- und U 19-Mannschaften. Das liegt einfach daran, dass Football ein sehr körperbetontes Spiel ist und die Unterschiede in der körperlichen Entwicklung teils recht drastische Auswirkungen haben können", betont Fröhlich. Der große Vorteil der amerikanischen Variante des Rugby sei jedoch, dass Spieler in jeder körperlichen Verfassung mitmachen könnten. "Wir können alles brauchen - von massig, groß und langsam bis klein und wieselflink", sagt der Phoenix-Vorsitzende. "Die haben alle eine eigene Position, auf der sie wichtig sind und gebraucht werden."

Damit gehe auch eine gewisse soziale Komponente einher: "Beim American Football werden vermeintliche Mobbingopfer auf nachhaltige Weise in eine Gruppe integriert, können im Spiel Anerkennung und Bestätigung finden", versichert Fröhlich.

Bei wem nun das Interesse geweckt worden ist, kann ganz einfach und unverbindlich beim Training vorbeischauen: "Unsere Trainingszeit ist immer mittwochs von 18.30 bis 21 Uhr auf dem Sportplatz Schnabelsmühle. Wir trainieren ganzjährig, also auch im Winter", sagt Fröhlich. Zudem soll es im November auch wieder sogenannte Tryouts geben: "Dann findet kein reguläres Training statt. Wir zeigen dann interessierten Jugendlichen, wie American Football funktioniert", sagt der Phoenix-Chef. "Vielleicht kommen auf diese Weise ja auch ein paar Jugendliche auf den Geschmack."

Quelle: RP
 
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