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Hückeswagen
Forstwirt will mit Unternehmen durchstarten

Hückeswagen: Forstwirt will mit Unternehmen durchstarten
Während die Gäste vor dem historischen Firmengelände feierten, checkte Sven Otto seinen neuen Container-Lkw für den nächsten Arbeitstag. FOTO: peter meuter
Hückeswagen. Seit seinem 13. Lebensjahr half Sven Otto im landwirtschaftlichen Betrieb des Großvaters mit, schleppte Holz und saß mit auf dem Traktor. "Ich habe schon früh den Einstieg ins Berufsleben gefunden", berichtet der heute 21-jährige Forstwirt. Der Jungunternehmer gründete vor zwei Jahren seinen Forstbetrieb "Otto's Baum- und Holzservice" und wagte direkt nach Beendigung seiner forstwirtschaftlichen Ausbildung mit seinem Dienstleistungsunternehmen den Schritt in die Selbstständigkeit. Von Maren Panitz

Mit seiner besonderen Zusatz-qualifikation in der Seilklettertechnik ist Otto in der Lage, große Bäume in unwegsamem Gelände auch gefahrlos "scheibchenweise" abzutragen. Er erinnert sich an seinen bisher schwierigsten Auftrag: "Wir mussten in einem sehr engen Hinterhof eine 35 Meter hohe Kastanie fällen. Da wir kaum Platz für die Arbeiten zur Verfügung hatten, häckselten und entsorgten wir den Baum Ast für Ast in Kleinstarbeit."

Ottos Unternehmen hat sich zwar auf Baumfällungen, Forstarbeiten und die Herstellung von Kaminholz spezialisiert, dennoch liebt er die Natur. "Wir überlegen bei jeder Auftragsannahme, ob wir mit gezielten Pflegeschnitten den einen oder anderen wertvollen Baumbestand nicht doch besser erhalten können", erklärte der 21-Jährige seinen Kunden und Geschäftsfreunden am Freitag beim Tag der offenen Tür in seinen Lagerräumen Fuhr 12, dem rot gestrichenen historischen Firmengebäude nahe der Wupper.

Otto stellte dabei zudem das zukünftige zweite Standbein seines Betriebs vor: "Wir werden neben dem Baum- und Holzservice nun auch einen Container- und Transportservice anbieten."

Wirtschaftsförderin Andrea Poranzke, die als Gast gekommen war, berichtete: "Als auf dem Minigolfplatz neben dem Jugendzentrum eine gefährdete Fichte gefällt wurde, durften wir Herrn Otto bereits bei seiner zügigen und fachlich kompetenten Arbeit beobachten." Sie suchte das Gespräch mit dem Geschäftsführer aber nicht nur als städtische Kundin, sondern auch mit Blick auf zukünftige Wirtschaftsförderprojekte, um gerade im handwerklichen Bereich die Ausbildungsberufe wieder attraktiver zu machen. "Viel zu viele junge Menschen scheuen sich vor Dreck und körperlicher Arbeit", sagte Poranzke. "Deshalb müssen wir gemeinsam mit den Hückeswagener Unternehmen darüber nachdenken, wie die Ausbildungsplätze im Handwerk wieder attraktiver beworben werden können."

Das stieß bei dem 21-Jährigen sofort auf offene Ohren: Otto zeigte sich gerne bereit, die Leidenschaft, die er für seinen naturverbundenen Beruf hegt, an interessierte Jugendliche weiterzugeben.

Quelle: RP
 
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