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Hückeswagen
Freie Fahrt bis Bergisch Born

Hückeswagen: Freie Fahrt bis Bergisch Born
Das Band ist durchschnitten, das letzte Radweg-Teilstück eröffnet – dafür sorgten unter anderem die Bürgermeister Uwe Ufer (Hückeswagen, 3. v. r.) und Michael von Rekowski (Wipperfürth, r.). FOTO: Hans Dörner
Hückeswagen. Das letzte Teilstück des Radwegs Marienheide–Bergisch Born, die knapp sechs Kilometer vom Mühlenweg bis Remscheid, wurde am Samstag frei gegeben. Auch der Höhsieper Tunnel kann nun offiziell befahren werden. Von Norbert Bangert

Mit einer spektakulären Show ging am Samstagnachmittag ein Ereignis zu Ende, auf das viele Hückeswagener, aber auch Auswärtige seit Monaten gewartet hatten. Flammenwerfer, wilde und bunte Lasereffekte sowie dramatische Musik begleiteten die weit über 100 Radfahrer, die die Eröffnung des Höhsieper Tunnels miterlebten. Kurz zuvor hatten die Organisatoren einen schwarzen Vorhang entfernt, der den Tunnelzugang auf Hückeswagener Seite verhüllt hatte.

24,25 Kilometer radeln "am Stück"

Der erste Akt der Eröffnungszeremonie spielte jedoch am Mühlenweg. Feierlich postierten sich unter anderem Bürgermeister Uwe Ufer, sein Wipperfürther Amtskollege Michael von Rekowski, die stellvertretende Bürgermeisterin aus Marienheide, Anke Vetter, sowie der Chef der Regionale 2010 und gebürtige Wermelskirchener Reimar Molitor vor einem Band. Dieses trug den Schriftzug "Wasserquintett Bahntrassenweg" und war von den Organisatoren am Radweg-Zugang Mühlenweg nahe des Bergischen Kreisels gespannt worden. Der obligatorische Schnitt mit der Schere gab dann den Weg frei für das dritte und letzte Teilstück von Hückeswagen nach Bergisch Born. Insgesamt können die Freizeitradler somit nun 24,25 Kilometer ohne Unterbrechung fahren.

"Es ist endlich soweit", freute sich Ufer bei seiner ersten kurzen Ansprache am Mühlenweg. Wobei er nicht auf eine ironische Betrachtung des "Fledermaus"-Themas verzichtete. Schließlich kosteten der Einbau der Schutzwand im Tunnel und die Sanierung des Bauwerks rund 100 000 Euro, wovon die Stadt ein Viertel zu tragen hatte. "Außer der Kreisverwaltung hat die acht Jungtiere niemand gesehen", spöttelte der Bürgermeister öffentlich. Zum Hintergrund: Ein Gutachter hatte bei einer Begehung des Tunnels acht Fledermäuse bei ihrem Winterschlaf im Höhsieper Tunnel entdeckt.

Kritik an Ufers Ironie

Dass Ufers Haltung nicht jedem gefiel, machte Michael von Rekowski später gegenüber der BM deutlich. Beim Wegziehen des schwarzen Vorhanges hatten sich Uwe Ufer und Mitarbeiter der Stadtverwaltung einen Fledermaus-Kopfschmuck übergestreift. Dazu sagte der Wipperfürther Bürgermeister: "Der Tunnel ist eine tolle Sache. Er ist aber auch ein Naturschutzprojekt, und ich halte nichts von einer weiteren ironischen Betrachtung des Themas."

Relativ humorlos gab sich auch Anke Vetter (SPD) aus Marienheide, allerdings in einem anderen Zusammenhang. Als sie die Segways sah, die bei der Premierenfahrt mit auf die Strecke fuhren, rief sie spontan in Richtung Organisatoren: "Das finde ich nicht gut!" Auf BM-Nachfrage begründete sie ihre Bedenken mit dem Umstand, dass unsichere Radfahrer die Geschwindigkeit der Fahrzeuge oftmals nicht richtig einschätzen könnten und diese so eine Gefahr darstellten. Und sie legte nach: "Ich werde prüfen lassen, ob diese Elektro-Fahrzeuge in Zukunft den Radweg benutzen dürfen."

Quelle: RP
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