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Serie 40. Altstadtfest - Teil 3
Freunde aus aller Welt feier(te)n im September mit

Hückeswagen. Hückeswagen Von Anfang an begeisterten die originell auf Plakaten und Flyern angekündigten Programme auf gleich zwei Bühnen. Während Tausende auf dem Schlosshof der zweitägig durchgängigen Vortragsfolge, vor allem von den hiesigen Vereinen, Gruppen und Schulen gestaltet, folgten, gab es dazu Beifallsstürme vor der Bühne der Bergischen Morgenpost im oberen Island. Während tagsüber der unterhaltsame Spaß für Kinder im Mittelpunkt stand, gab es abends regelmäßig fetzige Rhythmen von Cover-Bands. Von Franz Mostert

Es dauerte nicht lange, als die ursprünglich als Gastarbeiter nach Hückeswagen gekommenen Neubürger die Altstadtfeste für sich entdeckten. Schon 1977, im zweiten Jahr, mischte eine spanisch-hückeswagener Flamenco-Gruppe am Schloss mit. Die Italiener zogen mit "Voci del Sud" nach: In Originalkostümen schwärmte ein Jugendchor von den ligurischen und adriatischen Traumstränden. Tarantellas wirbelten über die Bühne, als es hieß: "Heiße Rhythmen von warmen Stränden."

Später kamen orientalische Impressionen dazu. Nicht nur Bauchtänzerinnen, vorsichtig verschleiert, kamen beim bergischem "Treffpunkt"-Publikum an. Auch Säbelrasseln und Schinellenklänge griffen um sich. Eine zufällig durchziehende Truppe von der Grünen Insel bot unter dem Titel "Lepchauns" irisch-flotte Tänze zu Fideltönen.

Ebenfalls beim zweiten Fest 1977 waren schon die Freunde aus Etaples sur Mer dabei - die Städtepartnerschaft mit der Stadt an der französischen Kanalküste war erst fünf Jahre zuvor besiegelt worden. Auch die Freunde des inzwischen aufgelösten Kinderchors "Die Schloss-Spatzen" waren angereist: Mit den Volkstänzen ihrer Heimat begeisterten die "Bons Z'Enfants" nicht nur damals, sie tun es auch heute noch.

Seit einigen Jahren wehen nordfranzösische Bratfisch-Düfte über den Wilhelmplatz. Wein, rot und weiß, Calvados und Pastis gehören schon lange partnerschaftlich zu Bier-, Pannas- und Waffelgemisch. Im vorigen Jahr brachten die Freunde der deutsch-französischen Freundschaft sogar fünf Meter hohe "Pappmaché-Etapler" mit, die gemächlichen Schrittes hinter dem traditionellen Samstagsaufzug der Vereine hertrotteten. Das gilt auch für die "Musiciens d'Etaples".

Wenn von Partnern die Rede ist, darf auch eine bestimmte Patenschaft nicht vergessen werden: Weit vor der Wiedervereinigung hatten Gruppen der Evangelischen Kirchengemeinde bereits eine feste Freundschaft mit dem brandenburgischen Königs Wusterhausen geschlossen - seit Jahren lassen Stadtvertreter und Feuerwehr kein Altstadtfest aus.

Quelle: RP
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