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Hückeswagen
Freundeskreis kämpft um Erhalt der Stadtbibliothek

Hückeswagen. Erneut deutliche Kritik übte Edith Gerhards, Vorstandsmitglied des Freundeskreises der Stadtbibliothek, an der Entscheidung der Politik, die Einrichtung an der Friedrichstraße nicht in ein Bildungs- und Integrationszentrum umzuwandeln. "Ich bedauere diese Entscheidung," sagte sie während der Jahresversammlung. "Sie ist rückwärtsgewandt und kurzsichtig. Denn die Bibliothek der Zukunft wird ein Kommunikationszentrum sein, mehr denn je hat sie einen integrativen Auftrag."

Dänemark etwa und auch die USA machten derzeit vor, wie die Zukunft der Bibliothek aussehen kann. Gerhards kündigte an, dass angesichts der dringenden Hilfe für die Flüchtlinge in der Stadt die Mitglieder ihre Initiativen ausrichten werden, weitere Aktivitäten in diese Richtung planen und engagierte Bürger ansprechen wollen.

Edith Gerhards betonte, dass sich der Freundeskreis auch künftig für den langfristigen Erhalt der Bibliothek einsetzen werde. Laut dem im Juni 2015 verabschiedeten Haushalt der Stadt sei der Etat für die Stadtbibliothek aber nur noch bis 2020 gesichert. Sie erinnerte daran, dass sich im Vorfeld dieser Entscheidung die Vertreter aller Ratsparteien für eine kommunale Bibliothek ausgesprochen hatten. "Wie halbherzig dieses Bekenntnis bei CDU, FDP und FaB gewesen ist, zeigte sich im Februar, als sich der Stadt die Möglichkeit bot, die Bibliothek am bisherigen Ort zu erhalten und zu einem Bildungs- und Integrationszentrum zu erweitern", sagte sie.

Die Stadt hätte dafür Fördergelder des Landes erhalten können - für die ohnehin fällige Gebäudesanierung, für Ausstattung und für zwei neue Arbeitsstellen. Der Antrag musste zurückgezogen werden, weil im Rat mehrheitlich die Fraktionen der CDU, FDP und der FaB dagegen votiert hatten. "Es handele sich um eine verschleierte Quersubventionierung der Bibliothek, so deren Argument", berichtete Erika Gerhards. Im weiteren Verlauf der Jahresversammlung wurden der Vorsitzende Dr. Rainer Hartmann und der Vorstand für zwei Jahre wiedergewählt. Beisitzer Joachim Kutzner ersetzt Wolfgang Hunger.

"Die Tätigkeitsbilanz des Vereins zeigt auf, wie vielfältig das Angebot der Bibliothek inzwischen geworden ist", teilt Axel Bornkessel vom Freundeskreis mit. Wie jedes Jahr findet mit der Unterstützung des Freundeskreises der "Tag des Buches" am 23. April statt. Einen Tag lang soll es diesmal um den Umgang mit elektronischen Büchern gehen.

Eine andere Initiative des Freundeskreises erfreut sich mittlerweile wachsender Beliebtheit: Das Reparaturcafé, vor einem Jahr gestartet, verzeichnet nach zehn Veranstaltungen eine immer größere Nachfrage: Wenn die elektrischen Kleingeräte im Haushalt nicht mehr funktionieren, dann wissen die fachkundigen Unterstützer um Initiator Dr. Hartmann meist Rat und setzen sie wieder instand, mit einer Erfolgsquote von 75 Prozent. 900 Euro Spenden brachte das ein.

"Das Haus an der Friedrichstraße entwickelt sich auf diesem Wege zunehmend zu einem Treffpunkt in der Stadt, wo nicht nur Bücher und Medien auszuleihen sind, sondern wo es Gelegenheit zu Begegnung und Austausch gibt", zitierte Bornkessel die Aussage eines Teilnehmers der Jahresversammlung.

(rue)
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