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Hückeswagen
Ganz große Kleinkunst bereitet Comedy-Fans reichlich Spaß

Hückeswagen. Gleich vier Comedians hatte es am Freitagabend zu einer launigen Comedy-Nacht ins Kultur-Haus Zach verschlagen. Der Oberhausener Comedian Marcel Exner hatte Sandra Petrat aus Köln, Sascha Thamm aus Remscheid und Thomas Schmidt aus Solingen eingeladen, den Hückeswagenern einen lustigen Abend zu verschaffen. 25 Zuschauer waren der Einladung gefolgt - und hatten im knapp zweistündigen Programm eine Menge Spaß. Von Wolfgang Weitzdörfer

Das Prinzip ist einfach: Man nehme vier Künstler, die sich abwechselnd für Kurzauftritte von etwa 15 Minuten vor ein gut gelauntes Publikum stellen. Im Haus Zach funktionierte dieses Prinzip trotz der eher übersichtlichen Zuschauerzahl sehr gut. Exner stapelt gerne mal tief: "Was hab ich sonst noch so zu erzählen, aus meinem Leben?" Kurze Pause. Dann, trocken: "Nix. Dat war's."

Natürlich kam dann doch noch einiges, denn Exner moderierte nicht nur die Auftritte der Kollegen an, sondern sorgte auch für den einen oder anderen Gag: "Marcel, das kommt ja aus dem Lateinischen, heißt der Kriegerische. Und kriegerisch kommt von Krieg. Passt sehr gut: Ich krieg öfters was auf die Nase." Exner erinnerte sich gerne an seine Kindheit in den 80er-Jahren in Oberhausen: "Ich habe viel mit Freunden draußen gespielt. Zum Beispiel Klingelmännchen. Das Problem war nur, dass ich einen Freund hatte, der war Zeuge Jehovas - mit denen kannst du das nicht spielen. Die bleiben immer stehen."

Sandra Petrat, Wahl-Kölnerin mit Wurzeln in Brandenburg, ist ein kleines Energiebündel, ständig auf der Suche nach dem Traummann fürs restliche Leben. Bislang erfolglos: "Deswegen preise ich mich jetzt einfach noch ein bisschen an, vielleicht geht ja was." Dabei wohnt sie in der Stadt, in der es das größte Speed-Dating der Welt gibt: den Kölner Karneval. Dabei bemängelte sie den mangelnden Einfallsreichtum der Kölner, wenn es um Kostümierung geht: "Männer im Biene-Maja-Kostüm? Ich meine, du hast an Karneval die Chance, alles zu sein, Superheld oder sowas. Aber nein, es muss die Biene sein." Ihre Kriterien bei der Männersuche will sie indes nicht herunterschrauben: "Wenn ich noch eines wegnehme, dann steht nur noch ,Säugetier' auf meiner Liste."

Der Solinger Thomas Schmidt, mit Superhelden-Faible und Baseball-Kappe, war angetreten, um einige Schwänke aus seinem (Beziehungs-)Leben zu präsentieren. "Ich habe einen Newcomer-Comedy-Wettbewerb gewonnen. Seitdem hält mich meine Freundin für abgehoben und arrogant. Da hab ich erst mal gesagt: Schatzi, seit wann duzen wir uns?" Ein wenig war das wie Mario Barth - nur in unhektisch und mithin nicht ganz so nervig.

Ebenfalls mit dabei war der Remscheider Sascha Thamm, der im vergangenen Jahr bereits zur Lesung seines Buchs "Dynamitfischen in Venedig" ins Kultur-Haus Zach gekommen war. Das Buch stand dann auch im Mittelpunkt seiner Beiträge am Freitag - immer wieder gerne gehört: die Grillerlebnisse der Halbstarken mit Moped an der Bever. Aber auch ein neuer Text machte Lust auf den "Dynamit"-Nachfolger: Auf herrlich überdrehte Art und Weise mimte der Remscheider eine Mutter, die ihrem Sohn klarmachte, warum ein Hamster weniger Haustier denn "Ausrutscher der Evolution" ist. Das war Kleinkunst ganz groß.

Quelle: RP
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