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Hückeswagen
GBS setzt auf Sanierung und Abriss

Hückeswagen: GBS setzt auf Sanierung und Abriss
Im vorigen Jahr ließ die GBS die beiden Hochhäuser Wiehagener Straße 9a und 9b dem Erdboden gleichmachen. FOTO: Moll (Archiv)
Hückeswagen. Es läuft auf eine große Geldvernichtung hinaus, aber manchmal ist sie nötig, damit in den Folgejahren nicht noch mehr Geld "verbrannt" wird: Seit dem Jahr 2007 hat die Genossenschaft bereits 98 Wohnungen dem Erdboden gleich gemacht. Von Brigitte Neuschäfer

Der Vorstand spricht in seinem Lagebericht für die Vertreter-Versammlung, die am Donnerstagabend im Kolpinghaus tagte, vom Häuser-Abriss als einem "Erfolgsfaktor" der Geschäftspolitik und von "sinnvollen Rückbaumaßnahmen bei Objekten mit erheblichem Sanierungs- und Investitionsbedarf bei unklarer Nachfrageprognose". Im Klartext heißt das: Die Alternative zum Abriss wäre es gewesen, hohe Summen in die Sanierung der maroden Häuser zu stecken, ohne hoffen zu dürfen, dass die Wohnungen danach besser vermietbar gewesen wären.

Leerstände mit entsprechendem Mietausfall sind teuer - mittel- und langfristig teurer als Abriss. In den abgerissenen Häusern an der Wiehagener Straße standen zuletzt mehr Wohnungen frei als bewohnt waren. Durch den Rückbau konnte die Genossenschaft für Bau- und Siedlungswesen die Leerstandsquote ihrer Immobilien aus dem vor Jahren noch zweistelligen Bereich aktuell unter drei Prozent drücken.

Als noch wichtigeren Erfolgsfaktor wertet der Vorstand unter dem Vorsitzenden Thomas Nebgen die hohen Investitionen in Immobilien, für die sich die Genossenschaft auch in der Zukunft noch gute Vermietungschancen ausrechnet. In der Versammlung nannte Nebgen konkrete Zahlen: 28 Millionen Euro hat die GBS demnach in den zurückliegenden acht Jahren in die Modernisierung und damit Aufwertung von Miethäusern investiert. Auf dem Fürstenberg, an der Goethestraße und in Wiehagen wurde unter anderem viel Geld in die Hand genommen, um die Wohnungen attraktiv und teils auch barrierefrei auszubauen.

Eine wichtige Rolle spielte dabei laut Nebgen die energetische Sanierung unter anderem durch Fassaden-Dämmung und Einbau moderner Heizungsanlagen. Diese Geschäftspolitik will die GBS fortsetzen, wie dem zur Vertreter-Versammlung vorgestellten Geschäftsbericht zu entnehmen ist. Darin heißt es im Kapitel "Ausblick": "Die GBS wird weiterhin große finanzielle Anstrengungen für Modernisierung, Instandhaltung und Instandsetzung unternehmen. Dafür wird auch in den Folgejahren ein erheblicher Prozentsatz der eingehenden Nutzungsgebühren aufgewendet." Erwirtschaftete Überschüsse werden nach dem genossenschaftlichen Prinzip "in die Erhaltung der Bestände reinvestiert", sagte Nebgen. In Ausnahmefällen standen bisher weder der Abriss noch die Instandsetzung von Gebäuden auf dem Plan.

Dann hieß das Stichwort "Bestandsarrondierung". Konkret: Im vorigen Jahr verkaufte die GBS ein stark sanierungsbedürftiges und in großen Teilen nicht mehr bewohntes Haus an der Gutenbergstraße in Hückeswagen (36 Wohnungen) sowie Immobilien an der Schumann- und der Lortzingstraße in Wermelskirchen (insgesamt 92 Wohnungen). Ende 2014 waren noch 1335 Mietwohnungen im Bestand der Genossenschaft (2011: 1483). Gut 950 davon gehören zum Wohnungsmarkt in Hückeswagen, dem Stammsitz der GBS.

In der Schloss-Stadt war die Genossenschaft vor nun 65 Jahren in Zeiten drückender Wohnungsnot gegründet worden.

Quelle: RP
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