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Hückeswagen
GBS zeigt im Kreisel ihr Herz für Familien

Hückeswagen: GBS zeigt im Kreisel ihr Herz für Familien
So soll der gestaltete Wiehagener Kreisel aussehen: in der Mitte drei Figuren, die eine Familie darstellen, umgeben von vier stilisierten Dächern. FOTO: Golden & Keys
Hückeswagen. Wie die drei Kreisverkehre in der Innenstadt soll auch der künftige Wiehagener Kreisel, mit dessen Bau in der Vorwoche begonnen wurde, besonders gestaltet werden: Die GBS möchte darauf eine Skulptur stellen, die eine Familie darstellt. Von Stephan Büllesbach

Fünf Jahre ist der Zweite Weltkrieg mittlerweile vorbei, doch seine teils verheerenden Nachwirkungen sind auch 1950 noch hautnah zu spüren. Ebenso und vor allem in Hückeswagen. Denn auf dem Gebiet der Schloss-Stadt bestehen immer noch zwölf Flüchtlingslager für Vertriebene aus den Gebieten im deutschen Osten, die nach dem verlorenen Weltkrieg etwa an Polen und die Tschechoslowakei abgetreten werden mussten. Wohnraum in Hückeswagen ist knapp. Deshalb gründen im Dezember 1950 Willi Keller, Hans Bêché, Dolfek Freudenfeld, Karl von Polheim und Gerhard Lenz die Genossenschaft für Bau- und Siedlungswesen (GBS). Im Mai 1951 beginnt der Bau der ersten zehn Eigenheime mit Einliegerwohnung auf dem Mühlenfeld, die ersten Mietwohnungen entstehen 1954 an der Peterstraße.

Vor allem für Familien sorgt die GBS in den darauffolgenden fast 66 Jahren ihres Bestehens für ein Dach über den Kopf. Kein Wunder, dass sie ihnen (und sich) demnächst eine Art Denkmal setzen will: Wenn der Kreisverkehr Wiehagen fertiggestellt ist - geplant ist ein Ende der Bauarbeiten bis spätestens Anfang Dezember -, würde die Genossenschaft in der Mitte des Kreisels im Bereich August-Lütgenau- / Blumen- / Wiehagener Straße / K 1 gerne eine entsprechende Skulptur errichten lassen. Darüber werden die Politiker des Bauausschusses in ihrer nächsten Sitzung am kommenden Montag, 29. August, diskutieren. Beginn ist um 17 Uhr im großen Sitzungssaal des Schlosses; Zuhörer sind willkommen.

Bauherr des Kreisverkehrs ist der Oberbergische Kreis, da er im Bereich von zwei Kreisstraßen (K 1 und 3) gebaut wird. Die Gummersbacher Behörde wird das Innere des Kreisels aber nur mit einer Fläche errichten lassen, die etwa mit Rasen eingesät werden kann. Für eine weitergehende, endgültige Gestaltung gibt es keinen Zuschuss vom Land, und auch der Kreis wird dafür kein Geld ausgeben. Doch hat die GBS bei der Stadtverwaltung beantragt, diese übernehmen zu wollen. Denn ihre Geschäftsstelle liegt im Haus Blumenstraße 2 und damit direkt an der großen Kreuzung, die in den nächsten drei Monaten zu einem Kreisverkehr umgebaut wird.

"Als klar wurde, dass der Kreis hier einen Kreisel plant, habe ich Kontakt zu Bürgermeister Dietmar Persian aufgenommen", berichtet GBS-Vorstandsvorsitzender Thomas Nebgen auf Anfrage unserer Redaktion. Ohne schon konkrete Ideen für die Gestaltung zu haben, fragte er an, ob die GBS diese übernehmen dürfe. Persian stünde der Idee positiv gegenüber, sagt Nebgen.

Innerhalb der Genossenschaft wurden erste Ideen entwickelt, die allerdings schnell verworfen wurden. "Wir haben dann die Hückeswagener Agentur Golden & Key beauftragt", berichtet Nebgen. Herausgekommen ist dabei der Plan für eine Skulptur, die eine Familie - Vater, Mutter, Kind - darstellen soll. Die drei Figuren aus Corten-Stahl - ein wetterfester Baustahl mit Rostbildung - sollen in der Mitte des Kreisels platziert werden. Drumherum werden vier stilisierte Dächer, Teil des GBS-Logos, zu sehen sein. "Das soll symbolisieren, dass die GBS vielen Familien in Hückeswagen ein Zuhause gegeben hat." Das Tiefbauamt des Kreises hat dem Plan bereits zugestimmt, nun muss die Hückeswagener Politik dem noch zustimmen. In der Sitzung des Bauausschusses stellt die Stadtverwaltung zudem den Sponsoringvertrag mit der GBS vor. Wenn diese den Kreisverkehr verschönert und pflegt, soll sie drauf werben dürfen. Die Beschilderung muss sich, sofern sie vom zuständigen Amt beim Kreis genehmigt wird, in Gestaltung und Größe jedoch der Skulptur unterordnen. Die Laufzeit des Vertrags beträgt zehn Jahre und verlängert sich stillschweigend um ein Jahr, wenn nicht vorher gekündigt wird.

Herstellung der Skulptur und die Pflege dürfte die GBS nach ersten Schätzungen rund 20.000 Euro kosten. Für die Gestaltung um die drei Figuren hat die GBS einen Landschaftsbauer engagiert. Nebgen hätte gerne, dass der Pflegeaufwand des Kreisels so gering wie möglich ist. "Aber ein gewisser Grünanteil wird trotzdem darin zu finden sein", versichert er. Darauf hätte der Landschaftsbauer gedrängt.

Quelle: RP
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