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Hückeswagen
Geburtstagsgruß aus dem politischen Berlin

Hückeswagen. Die Kreis-FDP hatte nach Marienheide eingeladen, um Gerhard Welp zu würdigen, der am Sonntag 80 Jahre alt wurde. Von Brigitte Neuschäfer

Im Vorfeld festlicher Empfänge werden Redner-Listen festgelegt. Das war auch zum Empfang des FDP-Kreisverbands und der Kreistagsfraktion am Sonntag im Marienheider "Waldhotel" nicht anders. Dennoch erwartete den Mann, der dabei im Mittelpunkt stand, eine Überraschung: Per Video-Botschaft gratulierte der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner von einer Klausurtagung in Berlin dem Hückeswagener Parteifreund Gerhard Welp zu dessen 80. Geburtstag. "Wir denken hier in Berlin an Sie und sind stolz auf Persönlichkeiten wie Sie in unseren Reihen", versicherte Christian Lindner.

Hintergrund der Grußbotschaft: Vor vielen Jahren, als der in Wermelskirchen aufgewachsene Lindner noch Landesvorsitzender der Liberalen Schüler war, hatte Welp den Jungpolitiker nach Hückeswagen eingeladen. Lindner kam - wie viele andere prominente FDP-Politiker, die Welp als Ortsvorsitzender im Laufe der Jahrzehnte zu den von ihm gegründeten "Liberalen Stammtischen" und anderen Veranstaltungen in seine Heimatstadt Hückeswagen holte.

Prominenz fand sich nun auch zum Geburtstagsempfang ein, darunter mit Hans-Leo Kausemann und Hagen Jobi zwei frühere Landräte des Oberbergischen Kreises sowie der amtierende Landrat Jochen Hagt. Bürgermeister Dietmar Persian gratulierte im Namen der Stadt Hückeswagen "dem Vollblut-Politiker Gerhard Welp, der nicht nur fordert, sondern Dinge auch selbst anpackt und umsetzt". Die Ehrenvorsitzende der FDP Oberberg und frühere Bundestagsabgeordnete Ina Albowitz-Freytag dankte Welp für "fast 40-jährige intensive Zusammenarbeit, die durch Wahlerfolge und -niederlagen geprägt waren". In den 90er Jahren sei es nicht immer einfach gewesen "den Laden zusammenzuhalten" (von 1994 bis 1999 war die FDP nicht im Kreistag). Welp habe davon unbeirrt weiter gearbeitet für "die liberale Sache".

Standfestigkeit aus innerer Überzeugung, Verlässlichkeit und Leidenschaft für die kommunalpolitische Arbeit: Das bescheinigten am Sonntag alle Redner dem Hückeswagener, der sich seit über 40 Jahren für liberale Politik vor Ort engagiert. Kai Abruszat, Bürgermeister von Stemwede (Kreis Minden-Lübbecke) und Vorsitzender der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker NRW, bezeichnete die Kommunalpolitik als "Königsdisziplin unter unseren politischen Spielarten". Wer darin agiere, stehe "unmittelbar an der Front" und könne sich vor dem Wähler nicht wegducken. Es gebe nicht viele wie Gerhard Welp, "die das mit ebenso großer Leidenschaft wie Stetigkeit" über Jahrzehnte hinweg durchhielten.

Und weiter durchhalten, denn Welp hängt auch mit 80 Jahren die Kommunalpolitik nicht an den Nagel, sondern engagiert sich weiter als Fraktionsgeschäftsführer, Pressesprecher des Kreisverbands und Mitglied des Planungsausschusses in Hückeswagen. Dabei wird er auch in Zukunft die Sache in den Vordergrund stellen, nicht seine Person. Deutlich wurde das bei dem Wunsch, den er im Vorfeld des Empfangs geäußert hatte: Welp verzichtete auf Geschenke zum Geburtstag und bat stattdessen um Spenden für den Förderverein Christliches Hospiz Bergisches Land.

Quelle: RP
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