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Hückeswagen
Gegensätze ziehen sich seit 60 Jahren an

Hückeswagen: Gegensätze ziehen sich seit 60 Jahren an
Sie haben bislang alle Hürden gemeinsam gemeistert und wollen das auch möglichst noch lange tun: Ursula und Fritz Hermann sind 60 Jahre verheiratet. FOTO: karsten
Hückeswagen. Ursula und Fritz Herrmann gaben sich am 31. Dezember 1957 das Ja-Wort in der Pauluskirche. Sie führen seitdem - trotz einiger Unterschiede - ein aktives Leben. Das Fest der Diamantenen Hochzeit wird das Ehepaar gleich mehrfach feiern. Von Heike Karsten

Feste soll man feiern, wie sie fallen: An dieses Motto halten sich Ursula und Fritz Herrmann von der Huckinger Straße. Die Diamanthochzeit hat das Paar bei einem Polterabend mit Freunden, Bekannten und Nachbarn gefeiert und will es später noch einmal im Hotel des Sohnes in Nackenheim bei Mainz mit der Familie begehen. "Wir haben bis jetzt alles gefeiert, auch die Silber- und Goldhochzeit", sagt Ursula Herrmann.

Schon früh hatte sich das Paar kennen- und liebengelernt. "Ich war gerade Ende 15 und er acht Jahre älter", sagt Ursula Herrmann. Durch den Altersunterschied hatte sich Herrmann zunächst keine Chancen bei seiner Nachbarin ausgerechnet. "Ich dachte, das gibt sowieso nichts. Die Initiative ging dann auch von ihr aus", erinnert er sich und lächelt.

Die Hückeswagenerin und der Ostpreuße wohnten Wand an Wand im Sümpchen an der Peterstraße. Durch Klopfzeichen verabredete sich das Paar zu Spaziergängen. Mit 19 bat Ursula Herrmann, geborene Loos, ihren Vater um die Zustimmung zur Hochzeit. "Ich wollte selbstständig werden und kam von einer Abhängigkeit in die nächste", sagt die 79-Jährige, die diese Entscheidung nie bereut hat. "Wir sind zusammen durch Dick und Dünn gegangen, haben gezankt und uns wieder vertragen", sagt sie.

Beide sind noch sehr aktiv im Sportverein, im Kultur-Haus Zach und bei den Plattkallern. Das Talent zur Handarbeit begleitet die Jubilarin ihr ganzes Leben. "Ich wollte Schneiderin werden, aber es war keine Lehrstelle frei", sagt sie. So arbeitete sie als Stopferin in der Tuchweberei Lütgenau und Wiehager, wo ihr Vater Webmeister war. Ihre Kleider zur Grünen, Silbernen und Goldenen Hochzeit hat Ursula Herrmann selbst genäht. Noch immer sieht man sie bei ihren ehrenamtlichen Einsätzen im Kultur-Haus mit Wolle und Stricknadeln.

Ihr Ehemann hat sich im Haus einen Raum fürs Vertonen und Schneiden von Videofilmen eingerichtet. "Ganz altmodisch ohne Computer", sagt der 87-Jährige. Viele Jahre war er in der Badmintonabteilung des TV Winterhagen aktiv - zuletzt als Ältester. Noch heute macht der sportliche Rentner jeden Morgen einen Kopfstand. "Wir sind eigentlich ganz verschieden", sagt Ursula Herrmann. Ihr Mann sei der ruhige Part, während sie selbst eher extrovertiert durchs Leben gehe.

Zwei Söhne sind aus der Ehe entstanden, dazu kommen vier Enkel. Außerdem haben die Jubilare einen großen Bekanntenkreis und eine tolle Nachbarschaft. Die Nachbarn werden auch die Haustür für die Diamantene Hochzeit schmücken. Dabei kam die Frage auf, welche Blumen-Farbe für die Girlande die richtige sei. "Wir werden uns überraschen lassen", sagt die Hückewagenerin und schmunzelt.

Für die Zukunft wünscht sich das Paar hauptsächlich Gesundheit. Ein Ritual ist besonders wichtig: "Wir sagen uns jeden Abend 'Gute Nacht', denn wer weiß, was kommt", sagt die 79-Jährige.

Quelle: RP
 
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