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Hückeswagen
Geld für barrierefreien Zugang im Museum

Hückeswagen: Geld für barrierefreien Zugang im Museum
Die Treppenstufen sind für Rollstuhlfahrer eine nicht überwindbare Hürde. FOTO: Stadt/Sabine Müller (Archiv)
Hückeswagen. Um den Eingangsbereich des Museums neu zu gestalten, sind im städtischen Haushalt für das kommende Jahr 20.000 Euro eingeplant. Von Brigitte Neuschäfer

Seit Jahren ist der barrierefreie Zugang zum Heimatmuseum im Schloss ein Thema. Wiederholt wurde es in den Fachausschüssen des Rates diskutiert - bislang ohne greifbares Ergebnis. Die Wende brachte nun die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend: Die große politische Mehrheit sprach sich dafür aus, im städtischen Haushalt für das Jahr 2017 eine Investition in Höhe von 20.000 Euro einzuplanen, um den Eingangsbereich des Museums so zu gestalten, dass auch Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte mit Rollator den großen Museumssaal problemlos erreichen können. Damit folgte sie einem Antrag von Brigitte Thiel, der Vorsitzenden der FaB-Fraktion.

Mit dem Ansatz im Haushalt ist die Finanzierung zwar gesichert, nach wie vor ist aber nicht grundsätzlich geklärt, wie die barrierefreie Gestaltung konkret aussehen soll. Im Bauausschuss hatte die Verwaltung dazu kürzlich einen Vorschlag gemacht. Demnach könnten die vier Treppenstufen, die jetzt eine für Rollstuhlfahrer nicht überwindbare Hürde auf dem Weg ins Museum bilden, seitlich versetzt und daneben eine Hebebühne mit Lift eingebaut werden. Die Kosten für diese vor Jahren schon einmal vorgeschlagene, dann aber nie umgesetzte Lösung beziffert die Verwaltung auf rund 20.000 Euro.

Rundum zufrieden stellt der Vorschlag die Kommunalpolitiker nicht, so wurde jetzt im Haupt- und Finanzausschuss deutlich. Die CDU sei nicht bereit, für ein letztlich nur selten geöffnetes Heimatmuseum so viel Geld auszugeben, sagte ihr Fraktionsvorsitzender Christian Schütte. Und ergänzte: "Wir wollen eine günstigere Lösung." Für eine "möglicherweise auch teurere Lösung, die dann aber deutlich mehr bringt", sprach sich Jörg von Polheim (FDP) aus. Er verwies darauf, dass mit Hebebühne und Lift zwar der Zugang zum Museumssaal barrierefrei sei, das nur über eine Treppe zugängliche Obergeschoss des Museums aber weiter unerreichbar bleibe für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte. Da überzeuge der Vorschlag der Verwaltung nicht.

Auch die SPD sehe die "Notwendigkeit einer Komplettlösung", unterstrich ihr Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Grasemann. Unabhängig davon sei es jedoch "nicht falsch", einen Haushaltsposten für die Investition anzusetzen. Wie das Geld dann konkret zu verwenden sei, müsse im neuen Jahr im Fachausschuss geklärt werden. Dem schloss sich Michael Wolter für die UWG an. Auch die Grünen plädierten für den Haushaltsansatz.

Das Thema wird nun erneut den Bauausschuss beschäftigen. Erstmals tagt er im Februar des kommenden Jahres. Dann werden technische Details eines barrierefreien Zugangs zum Museumssaal, der auch für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt wird, im Mittelpunkt stehen. Sicher ist schon jetzt, dass die Treppe als Barriere zum Obergeschoss hin bleiben wird. Wer deswegen dorthin keinen Zugang hat, kann sich auch in Zukunft nur das im Saal zugängliche Video von der Ausstellung in der oberen Etage ansehen.

Quelle: RP
 
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