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Hückeswagen
Gemeinde erneuern im Luther-Jahr

Hückeswagen: Gemeinde erneuern im Luther-Jahr
Martin Luther als Playmobilfigur - in diesem Jahr dreht sich auch in Hückeswagen vieles um den Reformator. Es soll aber keinen Hype geben. FOTO: imago (Archiv)
Hückeswagen. Im Gemeindezentrum Lindenberg wird bald eine Luther-Tür stehen. Dort können Gemeindeglieder formulieren, wie sie sich die Kirche heute vorstellen und was sie von ihr erwarten. Von Wolfgang Weitzdörfer

Die evangelische Kirche feiert in diesem Jahr 500 Jahre Reformation. Auch die Evangelische Kirchengemeinde macht da keine Ausnahme und gedenkt des Reformators Martin Luther mit zahlreichen Veranstaltungen. "Schon im März war unsere erste Veranstaltung. Das war ein Familiengottesdienst in der Pauluskirche, der als Abschluss der Kinderbibelwoche gedacht war", sagt Pfarrer Reimund Lenth auf Anfrage unserer Redaktion. Da wurde den Kindern Luther als mutiger Mensch nahegebracht, als einer, der die Welt verändern wollte. "Das war zudem ein wenig der Auftakt in unser Luther-Jahr", sagt Lenth.

Die nächste Aktion steht kurz bevor: "Im Gemeindehaus Lindenberg wird bald eine sogenannte Luther-Tür stehen", berichtet Lenth. Diese soll von den Gemeindegliedern gestaltet werden. "Alle sind eingeladen, Impulse darauf zu schreiben. Die Menschen sollen schreiben, wie sie sich Kirche heute vorstellen und was sie von ihr erwarten", erläutert der Vorsitzende des Presbyteriums. Das sei auch als kleines Korrektiv für die Mitarbeiter gedacht: "Damit man nicht betriebsblind wird."

Die restlichen Veranstaltungen sind für den Herbst geplant. "Zum einen werden wir natürlich am großen Gottesdienst in der Wagenhalle in Remscheid teilnehmen, der findet am dritten Wochenende im September statt", sagt Lenth. Dafür werde eigens ein Shuttle-Service von der Pauluskirche zur Wagenhalle eingerichtet.

Ebenfalls im September wird es in der Pauluskirche eine Ausstellung über Luther geben. "Die ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen gedacht. Wir werden auch eine Buchdruckpresse ausstellen, denn ohne den Buchdruck hätten Luthers Ideen nicht so eine Verbreitung erfahren", sagt Lenth.

Für Ende September steht noch ein Kinderaktionstag mit Familiengottesdienst an.

Am 31. Oktober, dem eigentlichen Reformationstag, werde es dann nicht nur eine einfache Feierstunde geben, wie es sonst üblich ist. "Da es ja auch ein gesetzlicher Feiertag ist, feiern wir um 10 Uhr einen Festgottesdienst in der Pauluskirche. Diesen wird hoffentlich wieder der CVJM-Posaunenchor musikalisch begleiten", sagt Lenth. Für den Pfarrer ist am Reformationsbegriff vor allem die Erneuerung der Gemeinde und der Kirchenleitung von Bedeutung. "Es wäre ein vergeudetes Jubiläum, wenn es uns diesem Ziel nicht ein Stück näherbringen würde." Denn die Kirche lebe von der Erneuerung des Menschen, betont Lenth und zitiert Papst Franziskus: "Er hat in einem Interview gesagt: ,Wir brauchen keine neuen Menschen - wir brauchen erneuerte Menschen.' Diesen Gedanken wollen wir gerne in die Feiern des Jubiläumsjahres mit aufnehmen."

Der Begriff der Reformation sei zudem nicht von Luther geprägt worden: "Er ist schon etwa 100 Jahre älter. Schon damals gab es den Ruf nach reformatio ecclesiae in capite et in membris - also der Erneuerung der Kirche im Kopf und den Gliedern", sagt Lenth. Diesem Gedanken zu folgen sei die eigentliche Aufgabe zum Reformationsjubiläum: "Wir wollen keinen Luther-Hype mitmachen", stellt der Pfarrer klar.

Quelle: RP
 
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