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Hückeswagen
Gemeinsame Liebe galt Bergen und Wandern

Hückeswagen: Gemeinsame Liebe galt Bergen und Wandern
Vor 63 Jahren haben sich Günter und Christina Rüggeberg in Südtirol kennengelernt. Heute ist das Paar 60 Jahre miteinander verheiratet. FOTO: Hertgen
Hückeswagen. Christa und Günter Rüggeberg wurden heute, Mittwoch, vor 60 Jahren getraut und können ihre Diamanthochzeit feiern. Von Franz Mostert

Es ist noch nicht lange her, da gehörte das Ehepaar Rüggeberg zum Stamm der Ende 2012 aufgelösten Ortsabteilung des Sauerländischen Gebirgsvereins. Die Ehemaligen des SGV erinnern sich gerne daran, als Günter Rüggeberg nach langen Wanderungen durch Wald und Flur sein Akkordeon ausgepackt hatte und Volkstümliches erklungen war. "Wenn die Quetsche mal nicht dabei war" sagt der 89-jährige, "hat es auch die Mundharmonika getan". Die richtig tüchtige Akkordeonistin sei aber seine Frau Christa gewesen, gibt der Hückeswagener zu. Christa Rüggeberg, geborene Dörpinghaus, lächelt dazu. Die 81-Jährige ist durch gesundheitliche Beeinträchtigungen etwas geschwächt und lässt ihren Mann erzählen, was beide seit über 60 Jahren verbindet.

"Alles begann auf einer Pilgerfahrt zum Wallfahrtsort Antholz in Südtirol", blickt Rüggeberg zurück. 1952 waren junge Mädchen aus Hückeswagen zusammen mit Kaplan Havers auf eine bergische Jungmänner-Gruppe in gleicher frommer Absicht in schöner Bergwelt zusammengetroffen. Als Günter Rüggeberg von der "Liebe auf den zweiten Blick" zu sprechen kommt, mischt sich seine Frau ein: "So war das damals." Aber ein Gläschen Rotwein habe beiden weitergeholfen.

Zwei Jahre später verlobte sich das Paar, den Brautsegen erteilte am 7. Oktober 1955 Pastor Gerhard Rottlaender. Das junge Ehepaar zog ins elterliche Haus Lindenbergstraße 3. "Das war 59 Jahre lang unser schönes Domizil" schwärmen beide. Seit November wohnen sie im Altenzentrum Johannesstift.

Der Beruf der Putzmacherin ist inzwischen aus der Mode gekommen. Die Herstellung top-schicker Damenhüte wurde aber zu Christa Rüggebergs Welt. Nach dem Besuch der katholischen Stadtschule und der Realschulzeit stieg sie als Auszubildende im Salon Suntrop an der Islandstraße ein und avancierte zur Spitzenkraft in Sachen Damenhut-Haute-Couture.

Günter Rüggenberg wurde in Remscheid, nahe der Stadtgrenze zu Wuppertal, geboren. "Dort, im Breitenbruch, ging ich zur Schule. Es folgte die Ausbildung zum Industriekaufmann", erinnert er sich. Was dann kam, war so nicht einkalkuliert: Die Wehrmacht rief, und der damals 17-Jährige kam zur Panzer-Abwehr. Nach einem Lazarett-Aufenthalt in Frankreich geriet Rüggeberg zum Kriegsende 1945 in die Gefangenschaft. "Zuerst ging es ,über den Großen Teich' nach Denver in Colorado ins Arbeitscamp. Dann zurück nach Europa - zuerst nach Cambridge und dann nach Aberdeen."

Zurück in Remscheid hieß es, wieder beruflich Fuß zu fassen. In Hückeswagen stieg er auf den Spuren seines Schwiegervaters Georg Dörpinghaus bei der Post ein, wurde Zusteller und später im Paketschalter-Dienst beamtet.

Das Ehepaar Rüggeberg hat seinen langen Ruhestand bislang genießen können. Es erinnert sich vor allem gerne an die vielen gemeinsamen Urlaube in Österreich und Südtirol: "Die Bergwelt hat es uns immer angetan." Kein Wunder, war es vor 63 Jahren doch das das Antholzer Tal gewesen, wo die gemeinsame Zeit des Paares begann.

Quelle: RP
 
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