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Hückeswagen
Geschäftsführer des Diakonischen Werks ist ein Eigengewächs

Hückeswagen. Er will nicht alles umkrempeln und neu aufstellen. Florian Schäfer (32) will vielmehr die vorhandenen Strukturen fortführen. Schäfer hat Arno Matthies als Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis Lennep, dem auch Hückeswagen angehört, abgelöst. Von Anna Mazzalupi

Die Arbeit in der Diakonie kennt Schäfer genau. Als Sozialarbeiter im Bereich des ambulanten betreuten Wohnens für Suchterkrankte fing der Vater eines Sohnes 2011 an, quasi beim Klienten zu Hause auf dem Sofa. "Wir sind froh, mit Schäfer einen jungen Geschäftsführer gefunden zu haben, der bei uns im Werk sozusagen groß geworden ist. Wir glauben, dass wir damit in die Zukunft gehen können", sagt Pfarrer Martin Rogalla, Vorsitzender des Fachausschuss Diakonie des Kirchenkreises Lennep, mit Blick auf den häufigen Geschäftsführerwechsel.

Schäfers Erfahrungen auch als Bereichsleiter des ambulanten betreuten Wohnens geben ihm als neuen Geschäftsführer einen anderen Blick für die Wichtigkeit der Angebote - etwa das Reperaturen-Café oder die Taschengeldbörse. Der Fokus soll vermehrt auch auf quartiersbezogene Angebote liegen. "Wir können nicht mehr davon ausgehen, dass die Leute hier zu uns kommen - auch mit Hinblick auf den demografischen Wandel", erklärt Schäfer, der seit April zudem Sprecher der Wohlfahrtsverbände ist.

Die Finanzierung solcher quartiergebundenen Angebote wird jedoch immer schwieriger. Zwar kann das Werk einiges durch eigene Mittel stemmen, aber eben nicht alles. "Wir müssen schon über Projektentwicklungen gehen, um Fördergelder zu erhalten. Auch, wenn man dann die Kontinuität nicht gewährleisten kann", merkt Schäfer mit Blick auf die zeitlichen Begrenzungen an. Dieser Themenkomplex stellt für den Chef von 55 Mitarbeitern aber auch die größte und interessanteste Herausforderung dar. Aktuell wird ein Projekt erarbeitet, das Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen einbindet und durch die "Aktion Mensch" gefördert wird.

Einsparungen stehen trotzdem auf Schäfers Agenda. Umstrukturierungen sollen Geld sparen, Arbeitsplätze seien aber nicht gefähredet. Kritisch sieht er die zunehmende Kommerzialisierung im sozialen Bereich, da unter dem Preiskampf die Qualität leide. Dass sozial schwache Menschen gesehen und versorgt werden, liegt ihm am Herzen. Sein christlicher Glaube sowie die Nächstenliebe treiben ihn an. Entgegen dem Trend in anderen Kirchenkreisen, sollen Diakonie und Kirche wieder enger miteinander verwoben werden.

Quelle: RP
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