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Hückeswagen
Gewerbeflächen gemeinsam vermarkten

Hückeswagen: Gewerbeflächen gemeinsam vermarkten
Im Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg haben sich viele Firmen aus dem Umland, vor allem aus Remscheid, angesiedelt. FOTO: Büllesbach
Hückeswagen. Im Remscheider Hauptausschuss wurde jetzt gefordert, die interkommunale Zusammenarbeit mit Hückeswagen in Sachen Gewerbegebiet zu forcieren. Bürgermeister Dietmar Persian steht dem durchaus positiv gegenüber. Von Stephan Büllesbach

Dem Lenneper Traditionsunternehmen Picard GmbH & Co. KG war es schon lange zu eng an seinem angestammten Standort an der Knusthöhe geworden. Für Geschäftsführer Jörn Vahrenholt stand bereits seit 2000 fest, dass das Unternehmen expandieren und neu bauen muss. Also fragte er im Remscheider Rathaus nach, ob in der Nachbarstadt ein ausreichend großes Gewerbegrundstück zu haben ist. Dass das Unternehmen letztlich nach Hückeswagen ins Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg zog - die Produktion in West 2 startete Anfang Dezember vorigen Jahres -, lag nicht nur daran, dass das Grundstück günstiger war als das angebotene im Gewerbegebiet am Lenneper Bahnhof. Die Unternehmensleitung lobte vor allem die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung für Hückeswagen.

Ein symptomatisches Beispiel: Viele Remscheider Firmen, die am alten Standort nicht expandieren konnten und in der Nachbarstadt keine Fläche fanden, siedelten sich in den vergangenen Jahren vornehmlich im Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg an. Bei den Politikern in Remscheid herrscht daher die Angst, dass die Stadt den Anschluss verpasst. "Sonst wandert bald die nächste Firma aus Remscheid ab", sagte Wolf Lüttinger, Sprecher der FDP-Ratsgruppe, jetzt im Hauptausschuss. Er regte an, die interkommunale Zusammenarbeit mit Hückeswagen und Wermelskirchen zu forcieren. Denn diese drei Städte stoßen in Bergisch Born, im Bereich des Gleisdreiecks nahe des Fußballplatzes und der Tennisplätze, aneinander.

"Ich habe einen guten Kontakt zu Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz", sagte gestern Hückeswagens Bürgermeister Dietmar Persian auf Anfrage der BM. Bei den unregelmäßigen Treffen tauschen sich die beiden Verwaltungschefs auch über das Thema "Gewerbegebiet" aus. Wer nun aber denkt, dass einfach die beiden Gewerbeflächen Winterhagen-Scheideweg und Bergisch Born ausgebaut und sich in Zukunft soweit aufeinanderzubewegen, dass sie irgendwann einmal miteinander "verschmelzen", liegt falsch. Denn das ist aus zwei Gründen nicht möglich: "Dazwischen liegen der Golfplatz Dreibäumen und das Naturschutzgebiet Dörpetal", erläuterte Persian.

Er setzt bei der interkommunalen Zusammenarbeit daher eher auf die gemeinsame Vermarktung von Gewerbegebieten. Denn: "Wichtig ist, dass die Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben und nicht etwa in die Rheinschiene abwandern."

Die Schloss-Stadt werbe auch keine Firmen, etwa aus Remscheid, ab. Hätten sie in den Nachbarstädten jedoch kein Entwicklungspotenzial, "stehen wir natürlich Gewehr bei Fuß, sollten wir Anfragen bekommen", machte der Bürgermeister deutlich. Denn Hauptsache sei doch, dass die Firmen im Bergischen blieben.

Quelle: RP
 
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