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Hückeswagen
"Go for Gold" heißt es für die Sportler

Hückeswagen. Einige Hückeswagener legten am Freitagabend auf dem Sportplatz Schnabelsmühle das Deutsche Sportabzeichen in Leichtathletik ab. Leider kamen nur wenige. Es gibt vier Kategorien, in denen es wiederum 20 einzelne Disziplinen gibt. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es sind nur wenige Hückeswagener anwesend, die ihr Sportabzeichen machen wollen. Das ist schade, lässt sich aber nicht ändern. Diejenigen, die am frühen Freitagabend zum Sportplatz Schnabelsmühle gekommen sind, legen sich aber richtig ins Zeug. Denn sie wollen das Abzeichen unbedingt schaffen, wenn nötig auch mit mehrfachem Anlauf. Wie der Vorsitzende des Stadtsportverbands, Hans-Georg Breidenbach, im Interview sagt: "Es ist eine Leistungsbestätigung für einen selbst!" Und jeder kennt das von sich selbst, dass der eigene Schweinehund der schwerste ist, den es zu überwinden gilt. Mit diesem üblen Gesellen hat die zehnjährige Eva Jeschke jedoch noch nicht viel zu tun. Sie steht am Weitsprungkasten und nimmt Anlauf. "Vergangenes Jahr habe ich das goldene Abzeichen bekommen, das möchte ich wiederholen", sagt sie. Nimmt Anlauf, springt - und hat gleich im ersten Versuch die Marke von 2,90 Meter übersprungen, die sie für das goldene Abzeichen in der Kategorie "Koordination" braucht. "3,10 Meter!", jubelt das Mädchen. Trotzdem springt sie aus reiner Freude gleich noch ein zweites Mal. Und im Verlauf des Abends noch viele weitere Male.

Mit einer ähnlichen Motivation ist Franz Iskra zur Schnabelsmühle gekommen. Der 46-Jährige macht zum ersten Mal das Sportabzeichen - und will gleich Gold, ganz dem Olympia-Song von 1988 folgend: "Go for Gold!". Iskra ist Wiedereinsteiger. "Ich habe 20 Jahre keinen Sport gemacht. Für mich waren gesundheitliche Gründe ausschlaggebend, wieder anzufangen. Man rostet einfach ein, wenn man nichts macht", sagt der Tischlermeister. Beim diesjährigen Talsperrenlauf hat der 46-Jährige den Zehn-Kilometer-Lauf mitgemacht, der wird ihm beim Deutschen Sportabzeichen angerechnet. Davon, dass er am Freitag das Sportabzeichen machen kann, hat er aus der Tageszeitung erfahren.

Standweitsprung statt Kugelstoßen? Das ist möglich? Ja, innerhalb der vier Kategorien gibt es mehrere Disziplinen, von denen jeweils eine absolviert werden muss. "Wie weit muss ich?", fragt Iskra. "2,05 Meter", antwortet Silvia Faenger-Gruhn, die die Zeiten und Weiten nimmt. Die Weite schafft Iskra mit 2,25 Meter locker. Kugelstoßen muss er also nun nicht mehr. "Darf ich trotzdem mal? Aus reiner Freude?", fragt er. Klar, kein Problem, sagt Faenger-Gruhn. Und schon nimmt der 46-Jährige die 7,26 kg schwere Kugel für Erwachsene und wirft sie. 6,70 Meter. Das reicht nur für Bronze. Beim zweiten Wurf schafft er es immerhin schon auf 7,30 Meter. Noch 20 Zentimeter mehr, und er hat auch hier Gold erreicht. "Das schaffe ich auch noch", sagt Iskra lachend und geht erneut zum Wurfpunkt.

Kurze Zeit später steht die zehnjährige Eva am Startpunkt für den 50-Meter-Sprint; der fehlt ihr noch für ihr Sportabzeichen. Das Mädchen läuft los - und verfehlt die Gold-Zeit um nur drei Zehntel. Das bekommt Iskra mit. "Komm, wir laufen noch einmal, ich ziehe dich mit", sagt er. Gesagt, getan. "Auf die Plätze, fertig, los!", lautet das Signal von Breidenbach. Und schon geht es los. 50 Meter können verdammt lang sein. Aber Iskra feuert das Mädchen im Lauf an, auch die Eltern rufen ihr aufmunternd zu, und tatsächlich hat es für die 9,30 Sekunden zur Gold-Zeit gereicht: "9,27 Sekunden", verkündet Faenger-Gruhn das Ergebnis und trägt es in die Liste ein, die sie gewissenhaft führt. Die Urkunden bekommen die Sportler später von ihr ausgehändigt.

Quelle: RP
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