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HÜckeswagen
Gütecheck des Bever-Wassers

HÜckeswagen: Gütecheck des Bever-Wassers
Guido Gerlach ist Hygiene-Kontrolleur der Kreisverwaltung. Zwischen Mai und September nimmt er alle vier Wochen auch Proben vom Bever-Wasser. FOTO: Büllesbach
HÜckeswagen. Während der Badesaison von Mai bis September wird die Wasserqualität der Bever-Talsperre alle vier Wochen untersucht. Das Ergebnis ist seit Jahren gleich: "ausgezeichnet". Von Stephan Büllesbach

Guido Gerlach ist nicht zum Angeln an die Bever-Talsperre gekommen, auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen mag. Am Ende des Teleskopstabs sind weder Schnur noch Köder angebracht, vielmehr handelt es sich um eine kleine Plastikflasche. 250 Milliliter Bever-Wasser füllt der Hygiene-Kontrolleur des Kreisgesundheitsamts in der Bucht der "Zornigen Ameise" ab. Später auch an den anderen drei offiziellen Badestellen (s. Info-Kasten). Die Proben werden gekühlt zu einem Labor geschickt, wo sie auf mögliche Keime überprüft werden. Doch weder Fäkalien von Gänsen (Enterokokken) noch von anderen Tieren und Menschen (E.coli /Kolibakterien) sind in solchem Ausmaß nachzuweisen, dass das Bad in der Bever bedenklich wäre. Im Gegenteil: Seit Jahren ermittelt Gerlach nur Bestwerte. Das bedeutet die Höchstwertung nach der EU-Badegewässerrichtlinie: drei Sterne.

Noch in den 90er Jahren war das Bever-Wasser alles andere als gut. Auch wenn es laut Jürgen Fries, Betriebsleiter Talsperren beim Wupperverband, keine Beeinträchtigungen für die Badegäste gegeben hatte, so hat der Eigentümer der Talsperre doch viel für die deutliche Verbesserung der Wasserqualität getan. "Wir haben Verträge mit Landwirten abgeschlossen", erzählt Fries in einem Pressegespräch. So wurden Bachläufe, die zur Bever führen, abgezäunt, damit die Weidetiere und deren Hinterlassenschaften nicht mehr ans und ins Wasser kamen, und auf den Weiden Tränken errichtet. Auch sei der Wupperverband Kooperationen mit der Stadt und den Betreibern der Campingplätze eingegangen, die die Liegewiesen regelmäßig von Unrat säubern.

Seit Ende der 90er Jahre kontrolliert der Kreis in den Sommermonaten regelmäßig, die Wasserqualität, die längst unbedenklich ist. Auch wenn 2013 Blaualgen im Bereich der "Zornigen Ameise" für Einschränkungen beim Baden gesorgt hatten und im vorigen Jahr ein Fischsterben bei der Kleinen Maräne zu beobachten war. Das aber lag beides laut Kaija Elvermann, Leiterin des Kreisgesundheitsamts, nicht an chemischen Einflüssen, sondern beruhte auf physikalischen Ursachen. So wurde das Wachstum der Blaualgen durch einen Temperatursturz von 35 auf 18 Grad begünstigt, und die in unteren Schichten lebenden Fische starben, nachdem dort das Wasser zu warm geworden war.

Kontrolleur Gerlach nimmt nicht nur Wasserproben, sondern macht auch eine Sicht- und Geruchsprobe. Ist das Wasser eingetrübt, kann das ein Indikator für bestimmte negative Einflüsse sein. Das Ergebnis der Wasserproben liegt nach fünf Tagen vor und wird auf der Internestseite des Kreises veröffentlicht (s. Infokasten).

"Auch wenn die Bever-Talsperre künstlich angelegt wurde, so befinden wir uns hier doch an einer Art Naturgewässer. Da ist nicht jede Gefahr zu vermeiden", betont Fries. "Hier ist nichts gekachelt wie im Schwimmbad." Daher sollten die Besucher immer aufpassen.

Quelle: RP
 
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