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Hückeswagen
Guskis Kunst entführt in die Ferne

Hückeswagen: Guskis Kunst entführt in die Ferne
Bernhard Guski an seiner Skulptur "Zwei neugierige Vögel kurz vor dem Start" in seinem Voßhagener Garten, den die Besucher der Sommerausstellung besichtigen konnten. FOTO: Hertgen
Hückeswagen. Der Hückeswagener Künstler Bernhard Guski hatte für Sonntag zu seiner Sommerausstellung nach Voßhagen eingeladen. In seinem Haus, Garten und großzügigen Atelier waren viele begeisterte Kunstliebhaber und -sammler unterwegs. Von Cristina Segovia-Buendia

Zweimal im Jahr - im Sommer und kurz vor Weihnachten- öffnet Bernhard Guski die Pforten seines Hauses für eine ganztägige Ausstellung seiner zahlreichen und vielfältigen Werke. Am Sonntag stand seine Sommerausstellung an, zu der sich zahlreiche Gäste, Freunde, Kunstsammler und, wie er sie nennt, "langjährige Weggefährten" auf den Weg ins idyllisch gelegene und von viel Natur umgebene Voßhagen gemacht hatten.

Aus dieser Umgebung, die für sich schon eine wohltuende Quelle der Inspiration wäre, hat Guski die Werke seiner diesjährigen Ausstellung nicht geschaffen. "Inspiration habe ich mir auf meinen zahlreichen Reisen geholt", erzählte der 71-Jährige. "Meine Frau und ich sind leidenschaftliche Camper."

Mit dem Wohnwagen ging es für die Hückeswagener kreuz und quer durch Europa: Lanzarote, Rom und mehrere Stationen in Kroatien haben sie besucht. "Ich lasse mich durch Landschaften und Strukturen inspirieren, durch Straßenszenen aus denen ich dann meine Bilder male. Die Skulpturen entstehen aus mir selbst heraus. Aus dem, was ich empfinde", erläuterte Guski. Auf seinen Reisen macht sich der gelernte Schlosser und studierte Künstler Skizzen. "Meine Bilder und Skulpturen entstehen immer hier in Voßhagen." Die Farbgestaltung seiner Werke hat für Guski eine ganz besondere Bedeutung: "Natürlich sind die Farben besonders wichtig. Ich würde für ein Bild über Norwegen ganz andere Farben verwenden als die, die ich für meine Bilder über Lanzarote benutzt habe."

In der Tat überwiegen bei seinen Werken unter dem Titel "Lanzarote" die warmen, braunen und roten Erdtöne, die sich hin und wieder mit dem leichten Blau des Meeres mischen. Einige Bilder erinnern an Szenen in der Abendsonne: In weiter Ferne sind auf blauem Grund Masten zu sehen, die von einem Schiff auf dem Meer sein könnten. Diese Bilder strahlen Ruhe aus.

Seine Aquarellmalereien sind scheinbar oberflächlich, bei näherer Betrachtung sind sie jedoch fesselnd und tiefgründig und zeigen grundsätzlich raffinierte Farbspiele und immer wieder Figuren in Gruppen. Letztere gehören zu seiner Reihe "Weggefährten", die er bereits 2014 ausgestellt hat. Guskis farbige Weggefährten befinden sich meist auf undefinierten Bergen, Straßen oder Plätzen, die etwa an den Petersplatz im Vatikan erinnern. Das Beeindruckende an diesen Bildern ist nicht etwa die Form, Farbe oder Technik, sondern die Wirkung auf den Betrachter: Sie strahlen Geborgenheit und Vertrauen aus. Eine ruhige Szene, aus der Kraft geschöpft werden kann.

Sehr stimmungsvoll sind eben auch Guskis neueste Werke aus Lanzarote: Ganz anders als seine "Weggefährten"-Reihe zeigen diese kaum Figuren, sondern nur ganz vage angedeutete Objekte, Landschaften. Es überwiegt die Farbgestaltung, mit der es Guski erneut schafft, in jedem Werk ein gewisses Ambiente zu kreieren.

Zu seiner Sommerausstellung am Sonntag waren viele Werke schon am frühen Nachmittag mit roten Klebepunkten markiert. Diese deuteten darauf hin, dass sie bereits neue Eigentümer gefunden hatten. Ein besonderes Lieblingsstück habe er nicht: "Es sind alles Lieblingsstücke, mit denen ich vollkommen zufrieden bin."

Quelle: RP
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