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Hückeswagen
Gute Chancen für Fusion von RSV und FC

Hückeswagen: Gute Chancen für Fusion von RSV und FC
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Hückeswagen. Der RSV 09 Hückeswagen hat Fusionsgesprächen bereits zugestimmt, der FC Hückeswagen 04 müsste das auf seiner Jahreshauptversammlung noch tun. Dessen einziges Vorstandsmitglied geht aber davon aus, eine Zusage zu erhalten. Von Stephan Büllesbach

Im Frühjahr 2004 musste es Zoff gegeben haben hinter den Kulissen des RSV 09 Hückeswagen, denn seitdem gibt's neben dem Traditionsverein einen zweiten Fußballverein in der Schloss-Stadt. Zwölf Jahre ist das inzwischen her. Doch mittlerweile gibt es beim jüngeren der beiden Vereine Auflösungserscheinungen, während der Traditionsklub zurück zum Wachstum gefunden hat.

So ließ die Jahreshauptversammlung des Raspo am vorigen Freitag aufhorchen, als die Mitglieder dem Vorstand um den neuen Vorsitzenden Michael Steffens grünes Licht für Fusionsgespräche mit dem Nachbarverein gaben (die BM berichtete). Erste lockere Gespräche im Herbst "wurden aber vorerst auf Eis gelegt, weil damals nicht klar war, wer für die Vereine handlungsfähig ist", sagt Steffens im Gespräch mit unserer Redaktion.

Der Raspo war nach dem Rücktritt (August) und Tod (Oktober) Frank Höblers ohne Vorsitzenden, beim FC 04 hat sich der im August neu gewählte Vorstand bis auf Geschäftsführer Matthias Springmann aufgelöst. Nachdem der Raspo nun wieder einen kompletten Vorstand hat, muss die Jahreshauptversammlung des jüngeren Vereins, die voraussichtlich im April ansteht, klären, wie's weitergeht. "Danach könnten wir mit den Planungen für eine Fusion loslegen", betont Steffens. Er kann sich auf die Mehrheit seiner Mitglieder verlassen, die einen Zusammenschluss der beiden Klubs befürwortet.

Soweit ist der FC 04 noch nicht. Schon seit längerem gebe es den Versuch des RSV, den FC zu einer Fusion zu bewegen, erzählt Springmann. Bislang war das aber an den Vorstandsmitgliedern gescheitert, die teilweise von Beginn an dabei waren. Der Geschäftsführer ist seit zwei Jahren Mitglied des Vorstands, und Springmann selbst steht einer Fusion durchaus offen gegenüber. Nachdem der FC-Vorstand seit September nur noch aus seiner Person besteht, forciert er den Zusammenschluss.

"Es hat doch wenig Sinn, dass die Hückeswagener Kinder weiter zum Fußballspielen nach Bergisch Born gehen", sagt er. Und warum sollten sich die hiesigen zwei Vereine das Leben schwer machen? Springmann liegt daher viel daran, schon kurzfristig eine Fusion zustandezubekommen.

Dazu braucht aber auch der zukünftige FC-Vorstand den Auftrag durch die Jahreshauptversammlung. Spricht die sich dagegen aus, wäre der Zusammenschluss bereits gescheitert. Doch Springmann glaubt an das gleiche Ergebnis wie beim RSV: "Ich habe schon mit rund 95 Prozent unserer Mitglieder gesprochen, und die Grundstimmung ist für eine Fusion."

Er betont aber auch: "Wir wollen uns nicht schlucken lassen!" Es müsse sichtbar sein, dass zwei Vereine auf Augenhöhe zueinanderfinden. Springmann ist es nicht daran gelegen, die 107 Jahre alte Tradition des RSV kaputtmachen zu wollen. Aber irgendwie sollte sich der FC im Fall einer Fusion im Namen des zukünftigen Fußballvereins wiederfinden - etwa als RSV 09/04.

Raspo-Vorsitzender Michael Steffens hofft, dass Fusionsgespräche nach der Versammlung des FC 04 so schnell wie möglich stattfinden können. So könnte der vereinte Verein vielleicht schon zur neuen Saison an den Start gehen.

Der RSV hat momentan rund 260 Mitglieder. Darunter sind 174 Kinder, die in neun Mannschaften von den Bambini bis zur B-Jugend sowie in der Mädchen-U 17 spielen. Die Mitgliederzahl des FC beträgt nur noch 43. Neben den Senioren spielt im Klub lediglich die D-Jugend, und die C-Jugendlichen bilden eine Spielgemeinschaft mit Tuspo Dahlhausen und dem RSV 09. Zumindest hier funktioniert die "Fusion" bereits.

Quelle: RP
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