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Ansichtssache
Gute Nachrichten machen Hoffnung für die Schloss-Stadt

Ansichtssache: Gute Nachrichten machen Hoffnung für die Schloss-Stadt
FOTO: Moll Jürgen
Hückeswagen. Diese Woche gab's einige gute Nachrichten aus und für Hückeswagen: Der Bauhof arbeitet an einer besseren Pflege von Grünanlagen, die Kritik am Stadtarchiv hat sich gelegt, wieder zieht eine neue Firma nach West 2, und in Kürze bildet sich eine neue Juso-Gruppe. Von Stephan Büllesbach

Hückeswagen blüht auf. Zwar nur im wahren Sinne des Wortes und nicht im übertragenen - die Haushaltsprobleme und die eher unterkühlte Stimmung in der Stadt stehen dem momentan entgegen. Aber die Schloss-Stadt wird langsam bunter - dank des Wildblumen-Experiments von Bauhof-Leiter Magnus Bernhardt. Er hat damit auf die Kritik an der fehlenden Grünflächenpflege aus der Bevölkerung und der Politik der vergangenen zwei Jahre reagiert.

Die Sache ist denkbar einfach: Städtische Grünflächen werden mit Wildblumensamen eingesät - und dann muss die Sat nur noch aufgehen. Statt 13 Mal in der Vegetationsphase, die mittlerweile von April bis November dauert, den Rasen zu mähen, müssen nur hin und wieder Müll und Wildkräuter entsorgt werden. Das ist eine Zeitersparnis von knapp der Hälfte der Arbeit, die nun in die Pflege von anderen Grünflächen gesteckt werden kann.

Es ist daher richtig, die Suche in Hückeswagen nach weiteren Flächen, die als Wildblumen-Wiesen in Frage kommen, zu intensivieren. Allerdings wird es auch bei weiteren solcher Wiesen immer noch Grünflächen im Stadtgebiet geben, die bei der entsprechenden Witterung so sprießen, dass sie schon nach kurzer Zeit wieder ungepflegt aussehen. Nämlich dann, wenn sich wie in den Vorjahren Phasen mit viel Niederschlag und Wärme abwechseln. Das ist wie ein Turbo fürs Wachstum von Gras und Unkraut. Da die Bauhof-Mitarbeiter dann nicht überall sein können, sollten vielleicht die Ansprüche auf "englische" Rasenflächen in der Stadt ein wenig zurückgeschraubt werden.

Auf Akzeptanz stößt inzwischen offenbar das gemeinsame Stadtarchiv von Hückeswagen und Wipperfürth in einem ehemaligen Schulgebäude in der Nachbarstadt. Das wurde jetzt beim Tag der offenen Tür deutlich. Die kritischen Stimmen der vergangenen beiden Jahre sind verstummt. Offensichtlich haben auch die Kritiker festgestellt, dass sich ihre Befürchtungen nicht bewahrheitet haben. So werden die Archivalien an der Michaelstraße strikt nach den Städten getrennt. Bürgermeister Dietmar Persian brachte es beim Tag der offenen Tür auf den Punkt, als er sagt: "Nur das Papier ist in Wipperfürth, nicht unsere Geschichte."

Eine Erfolgsgeschichte bleibt das Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg (West 2). Wenn Firmen in der Region nach einem neuen Standort suchen, werden sie oft dort fündig - und ihre Geschäftsleitungen sind jedes Mal begeistert von der Zusammenarbeit mit der Hückeswagener Stadtverwaltung. Das war jetzt bei den Firmenchefs von Förster & Krause, die am Mittwoch den ersten Spatenstich für den Neubau ihres Firmengebäudes an der Clarenbachstraße vornahmen, nicht anders. Auch sie lobten die Kooperation mit der Verwaltung - wie das in den vergangenen Jahre fast jede Firmenleitung tat, die in West 2 gebaut hat.

Allerdings wird's mit dem ständigen Lob bald ein Ende haben, ist das Gewerbegebiet doch so gut wie ausgebucht. Zwar beginnen voraussichtlich noch in diesem Jahr die Erschließungsarbeiten für West 3 im Dreieck Heidt, Junkernbusch, Kammerforsterhöhe, aber das ist eher für Dienstleistungs-, Handwerks- und kleinere Industriebetriebe geplant. Politik, Verwaltung und Stadtentwicklungsgesellschaft HEG sind daher gefordert, dringend nach weiteren Flächen in Hückeswagen Ausschau zu halten, die als Gewerbegebiet ausgewiesen und erschlossen werden können. Dann dürfte die Erfolgsgeschichte weitergehen.

Eine gute Nachricht ist auch die Tatsache, dass sich in Hückeswagen wieder eine Juso-Gruppe gründen will. Unabhängig von deren politischen Ausrichtung ist es wichtig, dass sich junge Menschen nicht nur wieder für Politik interessieren, sondern sich auch in einer Partei engagieren. Gerade jetzt ist das ein Hoffnungsschimmer, denn es sind doch viele, die über Politiker meckern oder gar hetzen. So etwas ist natürlich einfach.

Politiker sollen und müssen natürlich kritisch hinterfragt werden. Doch sie persönlich anzugreifen oder gar aufs Übelste zu beschimpfen und zu diffamieren ist ein Unding. Wer das tut, sollte seine Energie besser in politische Arbeit stecken. Die Parteien freuen sich über jeden, der Idee und Verbesserungsvorschläge hat und sich engagieren will.

Quelle: RP
 
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