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Hückeswagen
Gutes Miteinander beim Flüchtlingsfest

Hückeswagen: Gutes Miteinander beim Flüchtlingsfest
Sorgten gemeinsam für ein schönes Sommerfest vor dem Schloss (v. l.): Deike Schütte, Margareta Coenen, Wafaa und Hoyam Aljnid. Moll FOTO: J.
Hückeswagen. Die Willkommenskultur in Hückeswagen ist ungebrochen: Am Samstag veranstaltete die Ehrenamtsinitiative "Weitblick" vorm Schloss ein gemeinsames Sommerfest für Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer mit tatkräftiger Unterstützung des THW. Von Heike Karsten

Es war das zweite Fest mit Flüchtlingen und Flüchtlingshelfern, das "Weitblick" auf die Beine gestellt hatte - finanziert mit Fördermitteln der "500 Landinitiativen" (s. Info-Kasten). Im vorigen Jahr wurde an der Bever-Talsperre gefeiert, am Samstagnachmittag auf dem Schlossplatz. Dass in der Zeit viel in Sachen Integration passiert ist, wurde dabei besonders deutlich.

"War es beim ersten Fest noch ein gegenseitiges Beschnuppern, so ist es heute ein Miteinander", sagte Deike Schütte von der Initiative "Weitblick", die auch die Integrationsarbeit der Stadt unterstützt. Die Flüchtlinge, die in Hückeswagen leben, waren nicht nur zum Fest eingeladen, sondern auch an der Planung und Ausrichtung aktiv beteiligt. So trugen sie beispielsweise zum Buffet bei, übernahmen Standdienste und gestalteten auch das Bühnenprogramm mit. Cornelia Päper lobte die Arbeit des Flüchtlingsnetzwerks: "Das Engagement ist auch nach zwei Jahren ungebrochen groß, und die Flüchtlinge sind ein Teil unserer Gesellschaft geworden", sagte die stellvertretende Bürgermeisterin in ihrer Ansprache, die in zwei Sprachen übersetzt wurde.

Claudia Pille, Patin einer Flüchtlingsfamilie, ist ebenfalls überzeugt, dass die Arbeit der vielen Ehrenamtlern erste Früchte trägt. "Viele Flüchtlinge sind mittlerweile in Vereinen, Integrations- und Deutschkursen. Sie sind schon ein bisschen in Hückeswagen angekommen."

Dass Integration in Vereinen erfolgreich ist, demonstrierte das Technische Hilfswerk (THW) gleich am Ort. Es hatte für das Sommerfest Zelte aufgebaut, den Einsatzwagen und technische Geräte ausgestellt und auch Rettungsübungen demonstriert. "Vier Flüchtlinge machen bei uns mit, zwei sind heute bei der Vorführung dabei", berichtete Jugendbetreuerin Anna Pier erfreut.

Zum Fest war ebenso ein Polizeibeamter als "Freund und Helfer" gekommen, der "Neye-Express" kutschierte die Kinder durch die Stadt, und der Jugendring aus Radevormwald war mit dem Spielmobil auf dem Schlossplatz vertreten. Auf der Bühne traten Rapper Farid Sarvari (17) wie auch der Hückeswagener Chor "Modern Generation" auf. Ein Kontrastprogramm, das sich ergänzte.

Der Chor hatte sein Repertoire mit dem Lied "Brüder" der Gruppe "Pur" erweitert. "Der Liedtext hat auch nach 20 Jahren nicht an Aktualität verloren", sagte Chorleiterin Maria Gotzmann. Ebenso zu den Liedern zählte "Under Pressure" von "Queen". ",Unter Druck' standen die Flüchtlinge, als sie zu uns kamen, aber auch wir", sagte Deike Schütte. Mittlerweile habe sich die Situation entspannt. "Die Arbeit ist nicht weniger geworden, aber sie hat sich verändert", fügte sie hinzu. Der Weg aus einem anderen Kulturkreis in die deutsche Gesellschaft sei dennoch weit. "Es gibt aber tolle Erfolgsgeschichten, wie zwei junge Männer, die ihren Schulabschluss geschafft haben und nun eine Ausbildung beginnen", betonte Margareta Coenen von "Weitblick". Solche Erfolge bieten Grund zum Feiern.

Quelle: RP
 
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