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Hückeswagen
Hauptgewinnerin gibt das Auto zurück

Hückeswagen: Hauptgewinnerin gibt das Auto zurück
Barbara Schwinghammer-Steinbach, Inhaberin der Oberbergischen Apotheke, stellt das Auto für eine erneute Verlosung zur Verfügung. Es ist übrigens das vierte Mal, dass das Los für den Hauptgewinn der Weihnachtsverlosung in dieser Apotheke ausgegeben wurde. FOTO: Nico Hertgen (Archiv)
Hückeswagen. Den Hauptpreis der Weihnachtsverlosung, den VW Up, hat Barbara Schwinghammer-Steinbach gewonnen. Doch das Los war in ihrer Oberbergischen Apotheke übriggeblieben. Jetzt wird der Wagen zur "Mittsommernacht" erneut verlost. Von Stephan Büllesbach

Dass der Hauptgewinn der Weihnachtsverlosung nicht abgeholt wurde, hat die Werbegemeinschaft schon zweimal erleben müssen: 2009 und 2011. In den Folgejahren wurde der jeweilige Kleinwagen dann im Juni bei der "Mittsommernacht", dem verkaufslangen Samstag, neu verlost. Dass aber ein Gewinner den Wagen erst gar nicht annimmt, sondern zurückgibt, ist in der fast 40-jährigen Geschichte der Weihnachtsverlosung ein Novum.

Barbara Schwinghammer-Steinbach hatte das Los mit der Nummer 125.780, die am Tag vor Silvester öffentlich ermittelt worden war. Der Haken an der Sache war jedoch: Das Los stammt aus der Oberbergischen Apotheke, deren Inhaberin die Wermelskirchenerin ist. Haken Nummer 2: Das Hauptgewinnlos war übriggeblieben. "Normalerweise werden an Heiligabend, am letzten Ausgabetag, alle restlichen Lose von uns Händlern an die Kunden verteilt", berichtete gestern Uwe Heinhaus, Sprecher der Werbegemeinschaft. Das geschah auch in der Oberbergischen Apotheke, wie Barbara Schwinghammer-Steinbach im Gespräch mit unserer Redaktion versicherte. "Aber etwa 20 Lose sind dann doch liegengeblieben", sagte sie. Eins davon war eben das für den Hauptgewinn.

Das hatten Mitarbeiterinnen der Apotheke bereits Silvester entdeckt. "Aber wir hatten Inventur, und daher habe ich zunächst nicht an den Hauptgewinn gedacht", sagte ihre Chefin. Am Montag nahm Barbara Schwinghammer-Steinbach dann Kontakt mit den Kollegen der Werbegemeinschaft auf. Dass sie den Wagen nicht annehmen wird, stand für sie sofort fest. Ebenso wie für ihren Mann. "Ich wollte den nicht für mich selber, sondern hätte ihn für einen sozialen Zweck eingesetzt", erzählte Klaus Steinbach. So hatte das Ehepaar zunächst zwei Alternativen im Auge: Zum einen hätte es die Apothekerin als Lieferwagen nutzen können, "um die Medikamente auch weiterhin kostenfrei auszuliefern". Zum anderen wäre in Frage gekommen, den Verkaufserlös der Schlaganfallhilfe, die für Wipperfürth, Hückeswagen und Wermelskirchen zuständig ist, zur Verfügung zu stellen. Steinbach: "Das wäre eine gute Investition gewesen."

Letztlich sehen er und seine Frau es aber so wie Ute Seemann. Die Sprecherin der Werbegemeinschaft betonte: "Die Verlosung ist ja ein Dankeschön an unsere Kunden für ihre Unterstützung und dass sie nicht übers Internet einkaufen." Daher soll das Auto bei der "Mittsommernacht" neu verlost werden (s. Kasten). Es soll ein Kunde bekommen und damit jemand, der es verdient habe. Ute Seemann: "Wir sind froh, eine Lösung im Sinne der Werbegemeinschaft und unserer Kunden gefunden zu haben."

Dürfen die Einzelhändler eigentlich Lose annehmen? Solche aus dem eigenen Geschäft sind tabu, da gibt es eine Art Ehrenkodex, betonte Uwe Heinhaus. "Wenn ich aber als Privatperson in einem anderen Geschäft Lose bekomme, nehme ich sie natürlich an. Schließlich bin ich auch ein Kunde", unterstrich er. Den Hauptgewinn würde er aber nicht annehmen: "Das wäre moralisch nicht tragbar." Und Ute Seemann sagte: "Damit würden wir uns bei den Kunden unglaubwürdig machen. Für mich wäre es eine Horrorvorstellung, würde ich das Auto gewinnen."

Quelle: RP
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