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Hückeswagen
Hauptschüler trainieren mit Ex-Fußballprofis

Hückeswagen: Hauptschüler trainieren mit Ex-Fußballprofis
Die ehemaligen Profi-Fußballer Marcel Witeczek (2. v. l.) und Michael Klinkert (r.) waren gestern zu Gast an der Montanusschule. Dort trainierten sie die hauptschüler mit vielen Übungen im Fußballspielen. FOTO: K. Rennau
Hückeswagen. Marcel Witeczek und Michael Klinkert waren gestern zu Gast an der Montanusschule. Ihr Ziel: den Kindern Sport näherzubringen. Von Merlin Bartel

Borussia-Park, Veltins-Arena, Sporthalle der Montanusschule: Das ist der Karriereweg von Marcel Witeczek und Michael Klinkert. Die ehemaligen Bundesligaprofis arbeiten heute bei der AOK Rheinland/Hamburg und waren gestern zu Gast in Hückeswagen. Die Montanusschule ist wie in den vergangenen Jahren Partner von "Fit durch die Schule", einem Projekt der Krankenkasse.

Am Montagmorgen standen daher Fußball, Dribbeln, Sprints und harte Schüsse auf dem Lehrplan. "69 Kilometer pro Stunde", ruft Marcel Witeczek dem zwölfjährigen Daniel zu. "Klasse, so schnell war Dein Schuss." Seine Mitschüler nehmen die Herausforderung an, einige stellen sich breitbeinig wie Cristiano Ronaldo auf und nehmen drei große Schritte Anlauf.

Das Thema "Soziales Lernen im und durch Sport" wurde von der AOK-Jury prämiert: Die Montanusschule wird in den nächsten zwei Jahren mit 3200 Euro gefördert, um das Projekt umzusetzen. Außerdem begleitet die Universität Bielefeld die Aktion wissenschaftlich.

Für Sportlehrer Klaus Kruska hat sich die Idee in den Vorjahren bewährt. "Auch in diesem Jahr haben sich viele Schüler für den Kursus angemeldet", erzählt sein Kollege Karlheinz Rennau. "Wir mussten einigen sogar absagen, damit es nicht zu voll wird." 13 Mädchen und Jungen rennen in der Halle dem Ball hinterher - einige im Trikot ihrer Lieblingsmannschaft, alle mit vollem Einsatz. "Ihr sollt nicht bolzen, sondern miteinander spielen", ruft Klinkert. "Und auch nicht grätschen, dann fliegt ihr raus", ergänzt Witeczek. Immer wieder motivieren sie die Schüler und geben ihnen Ratschläge.

Auch wenn keiner der Zehn- bis Zwölfjährigen die Ex-Profis kennt - die beiden wissen, wovon sie sprechen: Zusammen haben sie die Erfahrung aus 711 Bundesligaspielen. Der 49-jährige Klinkert bestritt 301 Bundesligaspiele, etwa für FC Schalke 04. Marcel Witeczek machte sogar 410 Erstliga-Spiele, unter anderem als Spieler des FC Bayern München. Vier Jahre lang spielten die beiden Ex-Profis auch gemeinsam bei Borussia Mönchengladbach.

In der ersten Hälfte der dreistündigen Veranstaltung trainieren Kinder aus der fünften und sechsten Klasse, im zweiten Block die siebte bis zehnte Klasse. "Ich habe mich angemeldet, weil Fußball mein Hobby ist", sagt Lukas (12). "Es gefällt mir gut", findet auch die elfjährige Emily. "Wir trainieren vor allem Ausdauer, aber das freie Spiel macht am meisten Spaß."

Seit 2001 ist Klinkert bei der AOK tätig, Witeczek kam vier Jahre später dazu. Von November bis Februar besuchen die Ex-Fußballer rund 35 Schulen im Rheinland sowie in Hamburg. "In der Pubertät finden es viele Jugendliche nicht mehr cool, im Verein Sport zu machen", sagt Klinkert. "In dem Alter verbringen sie ihre Zeit lieber vor der Playstation oder am Smartphone. Mit unserem Angebot wollen wir bei ihnen wieder Spaß an der Bewegung wecken." Im Auftrag der AOK organisieren die beiden auch Turniere und Lehrgänge für Kinder und Jugendliche.

"Der Sport ist ein wichtiger Ausgleich", sagt Klinkert. "Hier lernen Kinder, mit anderen umzugehen, zu siegen, aber auch zu verlieren."

Quelle: RP
 
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