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Hückeswagen
Hausherr lässt Sanierungsbedarf per Kamera ermitteln

Hückeswagen. Familie Fuhrmann hat sich 2007 ein Ende der 1970er-Jahren erbautes Haus in Dhünn gekauft. Schon damals vermutete der Hausherr mehrere Wärmelecks und rüstete nach. Die Bestätigung des Sanierungserfolges bescheinigte ein Fachmann. Von Markus Plüm

Hausherr Marc Fuhrmann schaut gebannt auf die Bilder, die die 25.000 Euro teure Wärmebildkamera in diesem Moment von seinem Haus produziert. Thermograf Jörg Pohlhaus erklärt ihm, was auf den Bildern genau zu sehen ist: "An den roten Stellen dringt Wärme aus, die blauen Bereiche sind gut abgedichtet." Die gute Nachricht für Marc Fuhrmann: Die Kamera zeigt kaum rote Stellen, nur im Bereich der Rollladenkästen sowie der Geschossdecken sind kleine, orangefarbene bis rote Streifen zu erkennen. "Das ist genau das, was ich vermutet habe, aber dennoch bin ich vollauf zufrieden", sagt Marc Fuhrmann. Vor einer Woche war Jörg Pohlhaus schon einmal mit seiner Kamera bei den Fuhrmanns und machte Aufnahmen vom Haus. Gestern überreichte der Experte den Fuhrmanns seinen Abschlussbericht. Das Ergebnis: Viele der Fenster lassen kaum Wärme hinaus, bei einigen älteren Modellen ist aber noch Nachholbedarf. Doch die investierten 99 Euro haben sich laut Fuhrmann gelohnt. "Ich beziehe Gas und Strom von der BEW, daher wollte ich vom aktuellen Angebot unseres Versorgers profitieren und habe zugegriffen."

Der Bericht des Thermografie-Experten bestätigt auch die Sinnhaftigkeit bereits getätigter Investitionen in die Energieeffizienz des Hauses. 2007 kaufte er mit seiner Frau Petra das Domizil in Dhünn. "Das Haus wurde 1976 gebaut, damals hat man noch keinen Wert auf Energieeinsparungen gelegt." Schnell vermutete Fuhrmann an einigen Stellen Wärmelecks und wurde tätig. "Hier waren vorher Aluminiumfenster verbaut, da konnte man an kalten Tagen innen das Eis abkratzen."

Also nahm er Geld in die Hand. Genauer gesagt 45.000 Euro. Damit tauschte er fast alle Fenster und Türen aus, dämmte die Heizkörpernischen und Rollladenkästen und ließ sich eine neue Gas-Heizung einbauen. "Es ging mir damals erstmal nicht darum, Geld zu sparen. Die Erneuerung fand erstmal unter ökologischen Gesichtspunkten statt, auch der Wohlfühlaspekt stand im Mittelpunkt. Die Energieeinsparungen sind nun ein netter Nebeneffekt", sagt der Hausherr. An der jetzigen Thermografieaktion der BEW nahm er teil, weil er neugierig war, ob seine Sanierungsmaßnahmen erfolgreich waren. "Ich wollte sicher gehen, dass sich der Austausch der Fenster und Türen auch gelohnt hat und wo unser Haus eventuell noch Schwachstellen aufweist."

So ergeht es nicht nur ihm. Denn Jörg Pohlhaus und seine Kollegen sind derzeit ständig auf Achse, fahren lange Nachtschichten. "Wir bündeln die Anfragen und arbeiten bis zu 20 Kunden pro Nacht ab." Tagsüber würden keine verwertbaren Aufnahmen entstehen. Dass momentan so viel zu tun ist, liege auch am günstigen BEW-Tarif: "Normalerweise kostet eine Thermografie mindestens 300 Euro. Viele wollen im Moment die Chance nutzen und ihr Haus überprüfen lassen.

Pohlhaus betont aber auch: "Eine Thermografie ist keine Energieberatung, nur ein Baustein davon. Außerdem ist unser Bericht kein Gutachten. Für einen Rechtsstreit wären unsere Aufnahmen also nicht verwertbar."

Quelle: RP
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