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Hückeswagen
Hausratversicherungen decken Schäden ab

Hückeswagen. Wer jemals Opfer eines Einbruchs wurde, weiß genau, wie schlimm und beängstigend das Erlebnis ist.

Die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik zu Wohnungseinbrüchen sind schockierend: In Hamburg nahmen sie 2015 um 20 Prozent zu, in Nordrhein-Westfalen um 18 und in Niedersachsen um 13 Prozent. Bundesweit gab es seit 20 Jahren nicht mehr so viele Wohnungseinbrüche wie 2015: Sie stiegen auf 167.000 und haben einen neuen Höchststand erreicht.

"Es ist schlimm und beängstigend, wenn man nach Hause kommt und die Eingangstür oder die Fenster aufgebrochen findet, die Wohnung zerwühlt ist und Wertgegenstände gestohlen wurden", sagt der Hückeswagener Karl-Jürgen Huhn, Sprecher des Bezirks Bergisch-Land im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Und derzeit ziehen wieder Menschen von Tür zu Tür unter dem Vorwand, Geld für eine Rückreise in südosteuropäische Länder zu erbitten. Im Anschluss werden Häuser mit Kreide oder Stöckchen markiert, die von Diebeskolonnen aufgesucht werden.

"Wurde man dann Leidtragender eines Einbruchs, kommt nur die eigene Hausratversicherung für die finanzielle Entschädigung auf", berichtet der Leiter der Provinzial-Geschäftsstelle am Etapler Platz. "Sie übernimmt die Wiederbeschaffungskosten für gestohlene Gegenstände und erstattet die Kosten für Reparaturmaßnahmen der aufgebrochenen Fenster, Türen und sonstigen Vandalismusschäden." In der Regel decken die Policen auch zeitweilige Übernachtungskosten ab, wenn die Wohnung so verwüstet wurde, dass sie erstmal unbewohnbar ist."

Immerhin haben schon 77 Prozent aller Haushalte eine solche Hausratpolice abgeschlossen. "Dennoch sollte die Versicherungssumme in angemessenen Zeiträumen überprüft werden. Schließlich verändert sich der Versicherungswert des eigenen Hausstands mit dazu gekauften Gütern in den Jahren", sagt Huhn. Als Richtwert gelten 650 Euro pro Quadratmeter Wohnungsfläche, um die richtige Versicherungssumme zu berechnen und nicht unterversichert zu sein. Über Details informieren die Versicherungskaufleute.

Was viele Versicherte nicht wissen, ist, dass die Hausratversicherung auch als eine Außenversicherung Schäden abdeckt. Denn wenn jemandem draußen mit Gewalt etwas geraubt wird (Raubüberfall), kommt sie auch für Schäden auf, maximal aber für zehn Prozent der Hausrat-Versicherungssumme. Bei Bargeld liegt das Limit je nach Vertrag bei maximal 1000 Euro.

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entstanden 2014 Schäden von durchschnittlich 3300 Euro je Einbruch, insgesamt leisteten die deutschen Versicherer 490 Millionen Euro Schadensersatz. "2015 wird mit dem neuen Höchststand die Versicherungssumme wohl höher ausfallen", vermutet Huhn.

(rue)
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