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Rückblende Hückeswagen Vor 20 Jahren
Heike Wnuk eröffnet Postagentur in Wiehagen

Rückblende Hückeswagen Vor 20 Jahren: Heike Wnuk eröffnet Postagentur in Wiehagen
Inhaberin Heike Wnuk im Einsatz: Alles fing an mit einer kleinen Postbox und einer Hand voll Paketen. FOTO: norbert bangert
Hückeswagen. Die Jahre um 1997 waren für die Deutsche Post AG so etwas wie eine Zeitenwende: Unrentable Filialen des Unternehmens wurden geschlossen. Stattdessen wurden Postagenturen eingerichtet, die meistens in kleinen Geschäften, wie Lottoagenturen oder Schreibwarenläden, unterkamen. Heute ist das etwas ganz Normales, doch damals war das fast bundesweit eine Neuigkeit. "Ich erinnere mich noch, wie Post-Mitarbeiter auf uns zukamen und fragten, ob wir uns das vorstellen können", sagt Heike Wnuk in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Nach einer längeren Phase des Nachdenkens und Abwägens entschloss sich die aus Chemnitz stammende Geschäftsfrau und Inhaberin eines Lotto-Geschäftes im mittlerweile abgerissenen Hochhaus Wiehagener Straße 43 dazu, diesen Schritt zu gehen. Die alte Verkaufstheke kam in den Keller, und die neue Posttheke wurde installiert. Ansonsten blieb fast alles, wie es zuvor war. Am 15. September 1997 und zwei Tage, nachdem die einen Steinwurf entfernt liegende Postfiliale am Brunnenweg geschlossen worden war, ging es los. Die knapp erscheinende Einarbeitungszeit von 14 Tagen war für Heike Wnuk kein Problem. "Eine Mitarbeiterin der Post stand uns zur Seite und hat uns die Dinge erklärt und notfalls unter die Arme gegriffen", erinnert sie sich.

Die BM berichtete einen Monat vorher am 15. August 1997 über die geplante Eröffnung. Pressesprecher Johannes Webe stellte dabei den Vorteil heraus, dass die Gesamtöffnungszeit pro Woche sich nun von 24 auf 45 Stunden erhöhen würde. Im Fachjargon der Post hieß dieses Konzept damals "Verbundeinkauf".

Was heutzutage mehr oder weniger Hauptgeschäft ist, war damals noch ein äußerst geringer Anteil. "Diesbezüglich fing es mit einer kleinen Postbox und einer Hand voll Paketen an", sagt Wnuk. Was damals nur wenige ahnten: Aufgrund des zunehmenden Onlinehandels explodierte in den Jahren danach das Paketvolumen in einem unvorstellbaren Ausmaß. Das führte im Übrigen auch dazu, dass der alte Standort an der Wiehagener Straße schnell an die Kapazitätsgrenze kam. "Es war einfach kein Platz. Und dann die vielen Stufen, die die Kunden, aber auch die Postzusteller selber laufen mussten", berichtet Wnuk. Am 28. Oktober 2003 ging es schließlich "nach oben" an die Straßenecke Altenberger Straße/Wiehagener Straße. Dort standen auch im ausreichenden Maße Parkplätze zur Verfügung.

Mittlerweile hat sich die Technik weiterentwickelt, und das nicht nur im Postwesen. Heike Wnuk: "Den dreiteiligen Lottoschein, bei dem man im Kopf den Preis ausrechnen musste, gibt es nicht mehr. Mit der Technik kann man alles Mögliche machen, und auch der Euro-Jackpot wurde eingeführt." Und dann wendet sie sich einem Kunden zu, der eine Frage zu einem Handy loswerden will. Wieder ist es jemand mit einem "Verbundeinkauf".

NORBERT BANGERT

Quelle: RP
 
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