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Hückeswagen
Helios-Klinik ist dem Schmerz auf der Spur

Hückeswagen. Zur Osteoporose, unter der Silvia Krüger-Sauer bereits ihr halbes Leben lang leidet, sind sieben Wirbelbrüche, eine Wirbelsäulenoperation und ein Schlaganfall hinzugekommen. Schmerzen breiten sich von ihrem Rücken bis in den Brustkorb hinein aus, die 77-Jährige hat Schwierigkeiten beim Atmen. Nach vier gescheiterten Schmerztherapien begann sie eine fünfte, dieses Mal in der Wipperfürther Helios-Klinik.

Patienten mit chronischen Schmerzen werden dort stationär behandelt. Silvia Krüger-Sauer geht es nach dem Aufenthalt auf der neuen Station deutlich besser. Sie sei mit Rollator gekommen und ohne ihn wieder gegangen, betont die Helios Klinik in einer Pressemitteilung. "Die Veränderung ist gewaltig", berichtet die Wuppertalerin.

Leitender Arzt der Abteilung für Schmerztherapie ist Ralf Trogemann. In einem ersten Gespräch geht er mit den Patienten zunächst alle Aspekte des Schmerzes durch: Entstehungsursache, Schmerzqualität, Intensität und Häufigkeit. Neun von zehn Punkten auf der Schmerzensskala vergibt Krüger-Sauer daraufhin.

Zwei Wochen verbringt die Patientin in der zehn Betten umfassenden Station und lässt sich währenddessen auf einen individuell abgestimmten Therapieplan ein. Nach dem "Frühaufsteher-Frühstück" geht es für sie und ihre Mitstreiter an jedem Morgen zum Nordic Walking. Weitere Gruppen- und Einzelübungen, darunter das Erlernen von Entspannungstechniken und physiotherapeutische Maßnahmen, füllen den Tag aus. In einem Trainingsraum können die Patienten zudem selbstständig ihren Schmerzen entgegenarbeiten.

Nach ihrem Aufenthalt vergibt die 77-Jährige eine "3" auf der Schmerzensskala. Trogemann: "Nicht immer lassen sich chronische Schmerzen vollständig beseitigen. Aber die Patienten lernen bei uns, mit ihrem Schmerz eigenverantwortlich umzugehen und damit zu leben." Patienten, die Schmerzen im Bewegungsapparat haben, hätten häufig Angst zu stürzen. Sie verkrampfen dadurch und setzen ihre Muskulatur einem Dauerstress aus, und die ständige Anspannung führt letztlich zu chronischen Schmerzen."

Ehemalige Patienten lädt die Klinik künftig zu regelmäßigen Treffen ein, "denn auch die Gemeinschaft und der Austausch helfen, stark gegen den Schmerz zu sein."

(rbrt)
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