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Hückeswagen
Helios macht Mitarbeiter zu Ersthelfern

Hückeswagen: Helios macht Mitarbeiter zu Ersthelfern
Was tun bei einem Herzstillstand? Erste-Hilfe-Maßnahmen demonstrieren hier an einer Puppe (v.l.) Dr. Carsten Eisberg, Carsten Dreiner und Rocco Rabel von der Helios-Klinik in Wipperfürth. FOTO: Sascha Steinbach
Hückeswagen. Das Wipperfürther Krankenhaus denkt bei Erster Hilfe nicht nur an die Mitarbeiter. Zur "Woche der Wiederbelebung" initiiert die Klinik eine Aktion auf dem Marktplatz in Wipperfürth. Am Freitag, 8 bis 13 Uhr, gibt es Reanimationsübungen.

Ob in der Cafeteria, am Kopierer oder im Aufenthaltsraumraum - es kann überall passieren, auch im Krankenhaus. Ein Mensch sackt in sich zusammen, bleibt regungslos liegen: plötzlicher Herzstillstand. Routine in Erster Hilfe haben vor allem die Mitarbeiter der Helios-Klinik in Wipperfürth in der Notaufnahme, aus den klinikeigenen Reanimations-Teams oder auf der Intensivstation. Damit aber jeder sofort weiß, was in so einer Situation zu tun ist, werden an der Klinik ab sofort auch alle Mitarbeiter in nicht-medizinischen Bereichen, wie Verwaltung oder Technik, regelmäßig für die lebensrettenden Sofortmaßnahmen im Notfall verpflichtend geschult.

Bei wem stabile Seitenlage und Herzdruckmassage nicht Bestandteil des Berufsbildes sind, der hatte damit wahrscheinlich zuletzt beim Erste-Hilfe-Kursus für den Führerschein Kontakt. Groß ist daher bei vielen die Unsicherheit, im Notfall etwas falsch zu machen. "Statistiken zeigen, dass bundesweit nur in 30 Prozent der Fälle eines plötzlichen Herzstillstandes Laien-Ersthelfer die Reanimation beginnen", sagt Dr. Carsten Eisberg, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin bei Helios. Für Betroffene entscheiden die ersten Minuten oft über mögliche Folgeschäden oder im schlimmsten Fall über Leben und Tod.

Wie einfach Reanimation sein kann, zeigen die Schulungen, die für alle Mitarbeiter einmal jährlich verpflichtend sind. Zielgruppen sind die nicht-medizinischen Bereiche. Egal, ob IT-Mitarbeiter, Sekretärinnen oder Personalleiter - sie alle lernen nach dem Prinzip "Prüfen-Rufen-Drücken", was im Notfall zu tun ist: Prüfen, ob die Person ansprechbar ist. Atmet sie nicht normal oder gar nicht, ist das Leben akut in Gefahr. Es muss der Notruf gewählt werden. Damit jedoch bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes keine wertvolle Zeit ungenutzt verstreicht, muss sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden, um den lebenswichtigen Blutkreislauf zu erhalten: 100 bis 120 Mal pro Minute in der Mitte des Brustbeins. Die Überlebenschance wird dadurch verdreifacht. Geübt wird das Ganze praktisch an speziellen Erste-Hilfe-Puppen. "Das Wichtigste ist, dass man nichts falsch machen kann, wenn man hilft", sagt Eisberg. "Denn oft ist es die Angst vor Fehlern, die Erste Hilfe verhindert. Dabei ist Lebenretten einfach, jeder kann es." Für die patientennahen Bereiche wie Ärzte und Pflegekräfte gibt es Fortbildungskurse mit weiterführenden Themen. Insgesamt werden mehr als 300 Mitarbeiter bei Helios verpflichtend geschult. Ziel ist es, die Hilfsbereitschaft zu steigern und die Angst vor möglichen Fehlern abzubauen. Die Resonanz ist positiv: "Viele sehen die neue Schulung nicht als Pflicht, sondern als Chance, ihre Kenntnisse aufzufrischen und das lebenswichtige Thema wieder aufzugreifen. Wir möchten das Selbstvertrauen der Mitarbeiter in ihre eigenen Fähigkeiten als Ersthelfer stärken. Auch mir hat die Schulung viele Unsicherheiten genommen", sagt Klinikgeschäftsführerin Daniela Becker.

Die Kurse werden nicht nur in Wipperfürth, sondern an allen 111 Helios-Standorten deutschlandweit durchgeführt. Zur "Woche der Wiederbelebung" vom 19. bis 26. September initiiert die Klinik in Wipperfürth außerdem eine Aktion unter dem Motto "Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation" auf dem Marktplatz in Wipperfürth. Am kommenden Freitag, 25. September, 8 bis 13 Uhr, können alle Interessierten an kostenfreien Reanimationsübungen auf dem Marktplatz teilnehmen.

(rue)
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