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Serie 40. Altstadtfest - Teil 1
Hermann Maurers Idee begeistert alle

Hückeswagen. Am ersten September-Wochenende wird in Hückeswagen das 40. Altstadtfest gefeiert. Bis dahin erinnert die BM in einer Serie an die Anfänge und wie das Altstadtfest zum wahren "Treffpunkt Hückeswagen" wurde. Zum Start: Hermann Maurers Idee. Von Franz Mostert

Hückeswagen Es war die Idee eines Sachkundigen Bürgers, der 1976 eine Veranstaltung ins Leben rief, die seither untrennbar mit Hückeswagen verbunden ist. Hermann Maurer ( 2006) hatte seinen Vorschlag im Kulturausschuss öffentlich gemacht. Hintergrund war eine Art Hilfe zur Selbsthilfe für örtliche Vereine, nachdem 1973 die städtischen Zuschüsse gekürzt worden waren.

Große Rückendeckung erfuhr Maurer nicht nur in allen Ratsparteien, sondern auch von der Stadtverwaltung. Der damalige Hauptamtsleiter Wolfgang Grothe ergriff sofort das Ruder. Denn im Rathaus war erkannt worden, dass wenige Zuschüsse, im Gießkannensystem ausgeschüttet, dem Fortbestand der Gruppen und Vereine auf sportlicher und kultureller Ebene nicht viel weiter- helfen.

Maurers Idee stieß in Hückeswagen sofort auf große Begeisterung. Alle Gruppen und Vereine der Stadt wollten sich selbst darstellen und durch den Erlös aus Speisen, Getränken, Sport und Spiel ihre oft mageren Kassenbestände auffüllen. Maurer war es auch, der einen Titel für das Fest aus dem Hut zog: "Treffpunkt Hückeswagen" sollte es heißen.

Wie sehr er damit einen Volltreffer gelandet hatte, zeigte sich bei der Premiere am 11. und 12. September 1976: Auf Anhieb trafen sich Tausende aus dem bergischen und märkischen Umland in der Hückeswagener Altstadt. Dazu gab es einen Anziehungspunkt, der sich bis zur bevorstehenden 40. Wiederkehr des echten Bürgerfestes gehalten hat, denn gefeiert wird auf den "Wogen der Nostalgie".

Beim Altstadtfest zwischen Wilhelmplatz und Schlosshof stellte von Beginn an Gemütlichkeit einen wichtigen Faktor dar. Auch die Werbegemeinschaft zog mit, wobei die Originalität gleich überschwappte. So gab es im Island keine Verkaufsstände mit eigenen Waren. Vielmehr wurden Schuhe geputzt und Großmutters "Unaussprechliche" gebügelt.

Die Stadt hatte 400 Plakate und 20 000 Flyer mit dem Festprogramm und der Schloss-Silhouette, die im Rathausbüro entworfen und in Linoleum geschnitten wurde, in der Region aufgehängt und verteilt. Das wurde auch die nächsten 30 Jahre unter diesem Emblem getan. In dieser Zeit gab es reichlich Randerscheinungen: Auswärtige Trödler lehrten die unerfahrenen Hückeswagener "Aaltrüüscher", was der "ahle Prüll" aus Speicher und Keller wert war. Bei der Anlieferung von Plastik- und Dachlatten-Ständen waren freitags Island- und Marktstraße komplett verstopft. Weiteren Stau gab's samstagmorgens zwischen Regen, Wind und plötzlichen ersten Sonnenstrahlen, als Waffelteig, Berge von Kuchen, Bierfässer, Wurst und Pannas angeliefert wurden. Hunderte von Knirpsen verhökerten die Bestände aus ihren Kinderzimmern. Dazwischen bahnte sich ein Bummelzug der Vereine seinen Weg, und mit dem "Altstädter Ratsbläser-Marsch" zogen sie, die Vereinsfahnen voraus, hinauf zum Schloss.

Als 1976 auf dem nostalgischen Karussell am Wilhelmplatz sogar die Franziskanerinnen aus dem damals noch existierenden Marienhospital ihre Runden drehten, atmeten Hermann Maurer, Wolfgang Grothe und viele andere bei der Premiere auf: "Jetzt hat unser Altstadtfest ,Treffpunkt Hückeswagen' auf Anhieb wirklich alle erreicht."

Quelle: RP
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