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Hückeswagen
Hilfe für philippinische Straßenkinder

Hückeswagen. Drei junge Hückeswagener möchten dem Leid in der Welt entgegentreten und Straßenkindern auf den Philippinen helfen. Im Januar geht für Joana Karlguth und Moritz Kruschinski der Flieger in die Hauptstadt Manila. Von Heike Karsten

Drei junge Hückeswagener und einige weitere Mitstreiter starten ein Hilfsprojekt für philippinische Straßenkinder. Ihr Motto: "Jedes Leben ist wertvoll, jeder Mensch verdient es, gesehen und wertgeschätzt zu werden." Im Januar geht's los: Joana Karlguth und Moritz Kruschinski fliegen "One-Way" nach Manila auf die Philippinen.

"Wir möchten uns dort um die Straßenkinder kümmern", fasst die 25-Jährige ihren Hilfseinsatz zusammen. Die Hückeswagenerin hat Englisch und Geschichte auf Lehramt studiert und unterrichtet derzeit an einer christlichen Privatschule (FCSO Moormerland) in Ostfriesland. Schon mit 15 Jahren war Joana Karlguth im Rahmen der Allianz Mission, eine christlich-evangelikale Missionsgesellschaft, zu einem Kurzeinsatz auf den Philippinen. "Während wir hier im Überfluss leben, arbeiten die Kinder dort auf Müllkippen zwischen Krankenhausabfällen, toten Embryonen und Spritzen und haben keine Chance, jemals auf eine Schule zu gehen", sagt sie.

Die Hückeswagener möchten sich nun vor Ort mit diesen Kindern beschäftigen, ihnen Aufmerksamkeit schenken und kostenfreie Englisch-Kurse, gemeinsames Essen und Freizeitmöglichkeiten anbieten. Der Schwerpunkt von Moritz Kruschinski liegt dabei auf Sportarten wie Fußball oder Basketball - der 18-Jährige hat gerade das Abitur in der Tasche. Beide sind in der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Hückeswagen aufgewachsen. Inspiriert worden seien sie durch den Bibelvers "Weil er uns ein Leben in Fülle gibt" (Johannes 10, 10). "Mich beschäftigt schon seit Jahren die Frage: Was kann ich machen gegen das Leid?", sagt Joana Karlguth.

Anfang September soll daher der Verein "Buhay" gegründet werden, um weitere Spenden und Sponsoren für das Projekt zu generieren. "Buhay" ist Tagalog, die am weitesten verbreitete Sprache auf den Philippinen, und bedeutet "Leben". Sich einer bereits existierenden Hilfsorganisation anzuschließen, kommt für die Vereinsgründer nicht in Betracht. "Uns war sofort klar, dass wir selbst etwas aufbauen wollen", erklärt Joana Karlguth.

Für ihren Aufenthalt in Pasig City und Umgebung hat die 25-Jährige mehrere Sponsoren akquiriert, die den Einsatz mit einer monatlichen Spende unterstützen. Die Kosten für den Flug und die benötigen Impfungen wurden aus eigener Tasche bezahlt.

Zu den Vereinsgründern zählen auch Laura Pier (25) aus Hückeswagen und Monika Meiners (25) aus Emden. Sie sind die "deutschen Gesichter", die den Verein in der Heimat vertreten. "Es ist uns sehr wichtig, dass zwischen uns und den Spendern nicht nur eine Bankverbindung steht", betont Karlguth. Mit dem eigenen Verein könne man sicher sein, dass alle Spenden zu 100 Prozent den Straßenkindern zugute kommen. "Das haben wir in unserer Satzung verankert", versichert die junge Lehrerin.

Wie sich das Projekt vor Ort entwickeln wird, kann noch keiner sagen. "Man kann vieles im Voraus planen, aber eben nicht alles", fügt sie hinzu. "Wir denken bisher nur bis zum 9. Januar, dann geht unser Flug." Für die Eltern von Joana Karlguth ist der Abschied auf unbestimmte Zeit zwar nicht leicht, sie seien aber beeindruckt und stolz, und sie unterstützten die Vision ihrer Tochter und deren Mitstreiter.

Besonders schwer macht die Geburt der kleinen Nichte den Abschied für die 25-Jährige. "Zu sehen, wie umsorgt das Baby meiner Schwester ist, wogegen andere dieses Glück nicht haben, hat mich in meinem Entschluss jedoch sehr bestärkt", unterstreicht sie.

Quelle: RP
 
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