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Hückeswagen
Hochsommer fällt auf einen Mittwoch

Hückeswagen: Hochsommer fällt auf einen Mittwoch
Tobias Holthoff hatte gestern einen der angenehmeren Außenarbeitsplätze: Bei der Verlegung der Druckrohrleitung in Heide konnte der PE-Schweißer unter einem Sonnenschirm arbeiten. Das Wasser erhielten seine Kollegen und er von der Firma gestellt. FOTO: Heike Karsten
Hückeswagen. Gestern war der bislang heißeste Tag des Jahres. Das kurzzeitige Hoch "Burkhard" ließ die Temperaturen auf mehr als 30 Grad steigen. Wer arbeiten musste, kam ganz schön ins Schwitzen - da waren Schattenplätze heiß begehrt. Von Heike Karsten

Zwei der besten Plätze, um den bisher wärmsten Sommertag des Jahres so angenehm wie möglich zu gestalten, sind am Wasser und in der Eisdiele. Alexandra Moss verbringt den Hochsommertag mit Temperaturen von mehr als 30 Grad an der Bever-Talsperre und kühlt sich zwischen den Sonnenbädern im Wasser ab. "Die ersten drei Sekunden ist das Wasser erschreckend kalt, aber dann wird's angenehm", sagt die Hückeswagenerin.

Von so einer Abkühlung können die Bauarbeiter der Firma Strabag nur träumen. Eine Kolonne verlegt derzeit in Heide für den Wupperverband eine neue Abwasser-Druckleitung. Während Wilhelm Lankhoff mit Handtuch auf der Schulter in der Sonne arbeitet, hat PE-Schweißer Tobias Holthoff ein wenig Schatten unter dem Sonnenschirm. "Das ist der Vorteil, wenn man an einer Stelle arbeitet", sagt der 20-Jährige lachend. Heiß wird's trotzdem: Die 100 Meter langen Rohrstücke werden bei einer Temperatur von 220 Grad verschweißt. Und so lautet die Durchhalteparole der Männer: "Schweiß abwischen und weitermachen.""Und viel Wasser trinken", fügt Holthoff hinzu. Die Wasserflachen bekommen die Bauarbeiter von der Firma gestellt.

Dieses Glück hat Martin Weßling nicht. Seine Firma gestaltet den künftigen Eingang des Rewe-Markts am Etapler Platz neu und ist mit Abrissarbeiten beschäftigt. "Drei Flaschen Wasser trinke ich bestimmt am Tag und dazu creme ich mich mehrmals am Tag mit Sonnencreme ein", sagt der Bauarbeiter, der schon eine beachtliche Bräune vorweisen kann.

An der Islandstraße baggert Uwe Seifert die Plastersteine auf, und sein Arbeitsplatz ist gerade überdurchschnittlich heiß. "Normalerweise hat der Bagger eine Klimaanlage, da man direkt auf dem Motor sitzt. Aber die ist gerade kaputt", beklagt der Mitarbeiter der Firma Schiffrath.

Schweiß treibend ist auch der Arbeitsplatz von Manfred Börsch und René Ruddeck, die die Pfeiler für den neuen, bis zu drei Meter hohen Zaun am Eingang des Sportplatzes einbauen. In der Pause ziehen sie sich in den Schatten zurück, um wenigstens etwas Abkühlung zu haben.

Ein schattiges und windiges Plätzchen haben vier Mitarbeiter der Firma Pflitsch an der Wupper-Vorsperre aufgesucht und pausieren dort gemeinsam mit Pizza und viel Mineralwasser. "Am Arbeitsplatz lässt es sich aber gut aushalten", berichtet einer der Versandmitarbeiter.

Gejammert wird auch beim "Hairteam Hesse" nicht. "Wir müssen auch an heißen Tagen mit warmer Luft föhnen, damit die Haare trocken werden", sagt Frisörmeisterin Kerstin Lapp. Kollege Florian Breidenbroich von "Farbklexx" hat dagegen vorgesorgt und die mobile Klimaanlage angeworfen. "Ich weiß mir zu helfen", sagt er schmunzelnd. Den Kunden gefällt's.

Den wohl kühlsten Arbeitsplatz der Stadt hat Norbert Schnippering im Kobeshofener Fleischmarkt. "Der wärmste Raum im Versand hat plus 14, der kälteste minus 25 Grad", sagt er und präsentiert seine ge-steppte Wärmeweste unter dem weißen Kittel. Kühlwagenfahrer Marin Vogt muss dagegen mit großen Temperaturunterschieden kämpfen: "Hinten im Wagen sind es zwei, vorne in der Fahrerkabine bis zu 35 Grad."

Schwitzen müssen auch die Schausteller, die ihre Kirmes-Fahrgeschäfte in der Stadt aufbauen. "Das ist zwar anstrengend, aber gesund", nimmt es Karussellbesitzer Gustav Nagel locker. Ganz hartgesottene nehmen körperliche Anstrengungen freiwillig in Kauf und fahren Fahrrad oder joggen auf dem Radweg. Nur in der Mittagshitze wirkt die ehemalige Bahntrasse für kurze Zeit wie ausgestorben.

Quelle: RP
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